Tag 10: Daly Waters – Edith Falls (Nitmiluk National Park), 336 km

Tag 10: Daly Waters – Edith Falls (Nitmiluk National Park), 336 km

April 21, 2025 0 Von Padeffke

Heute haben wir mal so richtig herumgetrödelt und haben um 10 Uhr ausgecheckt. Trödeln umfasst bei uns ausgiebiges Duschen (wobei sich ausgiebig wegen der Wasserbeschränkungen auf maximal 5 Minuten beschränkt). Oskar war noch mal im Pool schwimmen und wir haben unsere Reststrecke neu geplant. Dabei haben wir festgestellt, dass wir wohl noch mal wieder herkommen müssen, um den Kakadu National Park zu besuchen.

Nach dem Auschecken haben wir Daly Waters erkundet – was recht schnell ging, da das Örtchen nur aus 1,5 Straßen bestand. Auf alle Fälle sweet und charming und den Stopp wert.

Tagesziel war Edith Falls und wir sind bei erneutem strahlenden Sonnenschein zurück auf den Stuart Highway gefahren. Kurz vor Katherine sind wir spontan in Mataranka abgefahren. Dort gibt es warme, kristallklare Quellen im Elsey National Park. Laut offizieller Northern Territory National Park Homepage sollten auch diese Quellen geschlossen sein, ich hatte aber so ein unbestimmtes Gefühl, dass wir es trotzdem versuchen sollten. Was soll ich sagen – sie waren tatsächlich geöffnet. Es waren nur wenige Camper vor Ort, die sich wohl das gleiche gedacht haben. Ganz glücklich haben wir dort etwas herumgeplanscht und wider erwarten war das warme Wasser sehr erfrischend.

Next Stop Katherine zum Vorräte auffüllen. Wir haben uns mit 30 Litern Wasser versorgt und sind schnell weiter gefahren. Die Atmosphäre in Katherine haben wir als bedrückend empfunden. Vielleicht lag es daran, dass es Samstagnachmittag war und die Bürgersteige schon hochgeklappt und die Straßen menschenleer waren. Vielleicht war es die angespannte, leicht aggressive Stimmung die vor und im Shoppingkomplex herrschte, die so aufs Gemüt drückte und uns unwohl fühlen ließ. Es gab kein freundliches Gesicht, kein Lächeln – so ganz untypisch für Australien. 

Vielleicht lag es auch daran, dass es nach wie vor ein großes Alkohol- Drogenproblem unter den Ureinwohner gibt. Was traurig anzuschauen ist und so vieles in der indigenen Kultur und Gesellschaft zerstört hat. (Darauf genauer einzugehen würde hier allerdings zu weit führen.)

Als wir um 17 Uhr endlich in Edith Falls am Campground angekommen sind, wollte wir unbedingt gleich schwimmen gehen. Wenn es in Daily Waters noch angenehm warm war, haben wir hier schon Dampfsauna-Verhältnisse. Puh, über 30 Grad und satte 65% Luftfeuchtigkeit hatten es in sich. Christian und Oskar sind schon mal vorgegangen und haben die Lage gecheckt. Auf dem Weg zu den „Lower Pools“ am Fuße der Edith Falls, haben die beiden den Ranger getroffen, der ihnen erklärte, dass diese gesperrt sind und unter strenger Krokodilbeobachtung stehen. Dass heißt, dass sie dort Krokodilfallen aufgestellt haben und erst mal abwarten, bis sie die wieder öffnen.

Das scheint hier Gang und Gäbe nach der Regensaison, wenn die Riesenreptilien sich auf den Weg über die Flüsse in südlichere Gefilde machen, um sich dort häuslich nieder zu lassen und ahnungslose Touristen zu vernaschen. Glücklicherweise sind wir „Croc wise“ und gehen nicht mal in die Nähe von Gewässern, die nicht ausdrücklich freigegeben sind.

Der nette Ranger hat uns aber versichert, dass die „Upper Pools“, die ca. 1 km querfeldein und bergauf, bergab zu erreichen sind, geöffnet und safe sind. 

Oskar und Christian haben sich heldenhaft am BBQ betätigt und den Mozzies getrotzt.