Ready, set – Hohoho.

Januar 24, 2023 3 Von Padeffke

21.12.2022 – 4.1.2023

Kaum angekommen haben wir ratzfatz in unserem Interims-Heim in der Edward Street geputzt, eingerichtet, dekoriert und den Baum aufgestellt. (Das erste was ich uns zum Einzug besorgt habe waren die Blumen.) Die Temperaturen sind pünktlich zum Weihnachtsfest in die Höhe gegangen und haben die 30 Grad-Marke geknackt ,so dass es mollig warm in unserem Haus wurde.

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Den 22.12. haben wir weiter mit räumen und einem Zug durch Healesville verbracht. Ein nettes kleines Dorf mit vielen kleinen Läden und Cafés inmitten des Weinanbaugebietes des Yarra Valleys.

Da wir zu Weihnachten wieder zu acht sein würden haben Oskar, Pollie und ich am 23.12. tagsüber alles von Oskars Zimmer in Pollies Zimmer geräumt, da sich die beiden nun wieder ein Zimmer teilen werden und etwas Klarschiff sowie die Betten für die Cousinen gemacht.

Thorsten und Christian haben am 23.12. morgens aus Nunawading Indira und Zaleha (für Neueinsteiger: Thorstens Töchter) und einen Kühlschrank abgeholt, damit wir nicht nur aus Eskis (Australisch für Kühlboxen) leben müssen. Nach einem Abstecher zu einem Matratzenladen – uns fehlte noch eine große Matratze – und einem Stopp beim Op-Shop für ein Sideboard und einen Toaster sind dann alle bei uns im Haus gelandet.

Lisa, Thorstens Freundin, ist morgens aus Sydney losgefahren und superpünktlich gegen 16:30 Uhr angekommen. Nun war die Bude aber wirklich bis obenhin voll, so dass Lisa und Thorsten sich entschlossen haben auf der großen Veranda im Swag (einer Matratze mit Minizelt drumherum) zu schlafen anstatt im Wohnzimmer. Eine gute Entscheidung denn die Luft war draußen um längen besser und kühlte schneller ab als im Haus.
Lärmtechnisch macht es auch auch kaum einen Unterschied, denn das Haus ist, ganz typisch für Australien, in Leichtbauweise ohne Dämmung gebaut und man kann den Nachbarn bei geschlossenen Fenstern und Türen fast niesen hören. Naja ein bisschen dick aufgetragen ist das schon, entspricht aber ganz gut den Tatsachen.

Wach werden hier erstmal alle um 5 Uhr in der Früh, wenn die Magpies ihr erstes, wunderschönes und echt lautes Morgenkonzert geben. Ihre ganz eigene Art des Sonnengrußes. Dann herrscht erstmal etwas Ruhe, bis die Kakadus, die Rowdies und Krawallmacher der australischen Vogelwelt loslegen. (Nach ein paar Tagen gewöhnt man sich auch daran.)

Am 24.12. haben wir die Einkäufe erledigt, etwas vorbereitet und von Thorstens Grundstück den großen Grill, einen Glastisch und noch diverse Küchenutensilien geholt.

Da es mollig warm war und wir alle nach einer Abkühlung lechzten sind wir zu einem Creek um die Ecke gefahren und haben munter eine Runde geplanscht. Herrlich kühles Wasser und mit der Strömung hatten wir eine natürliche Gegenstromanlage an der sich die Kids ordentlich auspowern konnten.

Zurück im Haus wurde nacheinander geduscht und dann saßen alle in gespannt und freudiger Erwartung der Bescherung am Esstisch. Wir hatten Erbarmen und haben die Bescherung dem Abendessen vorgezogen. Nach anfänglicher Zurückhaltung beim Auspacken ging es recht schnell bis alle Geschenke ihren Besitzer gefunden haben und der kleine Hunger einsetzte.

Bei feinen 25 Grad am Heiligen Abend haben wir am schönen warmen Raclette gesessen und es uns munden lassen. Für die Australier (außer Thorsten) eine neue kulinarische Erfahrung. Leider konnten wir keinen richtigen Raclette Käse auftreiben und auch nichts Ähnliches aber trotzdem hat es allen geschmeckt. Müde und gut gesättigt sind wir alle irgendwann ins Bett gefallen.

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Der 25.12., also der richtige Weihnachtstag und der Tag der Bescherung in Australien, fing mit Aufbruchstimmung an. Zaleha und Indira sollten um 10 Uhr in Nunawading bei ihrer Mutter sein um dort Weihnachten zu feiern. Thorsten und Lisa waren bei Lisas Mutter in der Nähe von Wilsons Promontory für 2 Tage eingeladen und die Vier haben uns um 9 Uhr morgens schon verlassen.

Puh, auf einmal war es wieder ganz leer und ruhig. Auf Wunsch von Pollie haben wir Frühstücks-Raclette gemacht und uns an den Resten vom Vortag gütlich getan. Sehr lecker, wenn auch etwas ungewöhnlich bei den Temperaturen. Den Tag haben wir mit Ausruhen, Geschenkeausprobieren und Schwimmen am Creek verbracht. Ebenso wie den Boxing Day – dem zweiten Weihnachtsfeiertag, an dem traditionell die Geschäfte wieder geöffnet haben und alles, was Weihnachten nicht den Geschmack getroffen hat wieder zurück in die Boxen wandert und umgetauscht wird.

Wenn aber ein Feiertag, sowie Weihnachten auf einen Sonntag fällt, wird er am nächsten Tag nachgeholt und das Wochenende verlängert. Praktisch, so haben die meisten Angestellten einfach etwas länger Urlaub. Eine Ausnahme stellen die Supermärkte dar: Die haben immer geöffnet – auch an Feiertagen – zwar mit verkürzten Öffnungszeiten aber geöffnet.

Christian und ich haben uns mal wieder in Formularen verloren: diesmal war es ein Antrag für ‚Medicare’, die staatliche Krankenversicherung in Australien für die Kinder und mich. Da darf jeder, der die Australische Staatsbürgerschaft hat, Mitglied werden und verfügt dann über eine medizinische Grundsicherung. Außerdem haben wir uns mal wieder mit Etihad herumgeschlagen und nach dem Verbleib unseres Koffers geforscht. Echt nervig.

Lisa und Thorsten sind am 27.12. wieder eingetrudelt und haben oben auf dem Grundstück gewirkt und auch dort geschlafen.

Am 28 und 29.12. haben wir etwas die Gegend erkundet und sind zu den Steavensons Falls bei Maryville, zum Rainforest Walk, Mount Donna Buang und Warburton gefahren.
Beim Rainforest Walk und der Tour zum Mount Donna Buang auf 1250 m ist die Temperatur schlagartig auf 10 Grad runtergekühlt. Wir waren mitten in den Wolken und konnten zum Teil nicht weiter als fünf Meter schauen. Das war schon recht unheimlich, vor allem war die Straße recht kurvenreich und wir sind teilweise nur Schritttempo gefahren.

Im Tal in Warburton, einem kleinen Städtchen am Yarra River, waren es schon wieder 22 Grad und wir haben die Gelegenheit genutzt noch etwas Bummeln zu gehen. Wir sind auf einen ganz wundervollen Steine- und Räucherladen gestoßen, von dem die Kinder und ich uns kaum losreißen konnten. Die Besitzer meinten es wirklich gut mit mir als ich meine Errungenschaften bezahlte, habe ich noch ein kleines Weihnachtsgeschenk mit einem Augenzwinkern in die Tüte gelegt bekommen: ein ätherisches Öl mit dem sehr treffenden Namen ‚stress less‘. Komisch – ich frage mich, wie die darauf gekommen sind? Auf alle Fälle tut es seinen Job und duftet ganz wunderbar nach Lavendel und diversen anderen sehr erdenden Ölen und lässt mich debil lächeln. (Ich frage mich ja, was da sonst noch so drinnen ist – will es aber auch gar nicht wissen.)

Nach unserer Rückfahrt sind wir zu Thorsten auf den Berg gefahren, um dort das Kleinholz fürs Sylvesterfeuer zu schichten und dort noch etwas aufzuräumen.

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Den 30.12. haben wir mit Indira, die inzwischen wieder aus Nunawading da war, und unseren Kindern in Lillydale am See verbracht. (Zaleha ist mit Freunden ans Meer gefahren und würde am 1.1.23 wieder zu uns stoßen.) Die Kinder haben das neue SUP-Board, dass Thorstens Kids zu Weihnachten bekommen haben auf Herz und Nieren getestet und haben sich nach völliger Verausgabung nach über drei Stunden überreden lassen nach Hause zu fahren. Thorsten und ich sind zwischendurch für Sylvester einkaufen gegangen, um das auch schon mal von der Backe zu haben.

Thorsten hatte sich in den Kopf gesetzt auf seinem Grundstück auf dem Berg, auf dem wir Sylvester feiern wollten, noch ein richtiges Plumpsklo mit Belüftung zu installieren. Ein heeres Vorhaben angesichts der Temperaturen und der Kürze der Zeit. Die Brüder und Darren, der über einen Bagger mit Bohrfunktion verfügt, haben sich samt Bagger auf die Suche nach einer geeigneten Stelle gemacht und sind, nach vier vergeblichen Bohrungen bei denen sie auf Stein gestossen sind, endlich fündig geworden.

Nach erfolgreicher Bohrmission haben wir zusammen mit Darren und seinen drei Kindern Abend gegessen und den Tag ausklingen lassen.

Am Sylvestermorgen ist Thorsten gleich in aller Herrgottsfrühe zum Baumarkt gefahren um alle Materialien für das Gießen der Betonplatte für die ‚Luxus-Buschtoilette‘ zu besorgen. Christian, Darren und er haben bis zum späten Nachmittag an der Vollendung dieses Projektes, Rasen mähen, Zelt aufbauen usw. benötigt und sind völlig erschöpft zum Frischmachen ins Haus gekommen.

Während die Männer oben im Busch in der Hitze sich so ordentlich austobten, haben wir hier unten im Haus nicht minder geschwitzt.
Da wir Silvester mit zwölf Leuten feiern würden, musste noch jede Menge Essen für das ‚Grillen‘ über dem Feuer vorbereitet werden. So haben wir Gemüse eingelegt und auf Spieße gefädelt, Kartoffeln vorgekocht, diverse Salate geschnippelt, Dips und noch mehr Gemüse geschnitten und anschließend unsere sieben Sachen für die Übernachtung in der für uns aufgestellten Jurte zu packen.

Pollie und ich sind, was Übernachtungen im Zelt und die Nutzung einer Toilette im Busch angeht, eher mit verhaltener Begeisterung dabei. Unsere letzten Erfahrung mit handgroßen Krabbeltieren mit acht Beinen, sowohl auf dem Klo als auch sonst überall haben sich fest in unserer Gedächtnis gebrannt. Auch gut gemeinte Worte wie ‚Die haben mehr Angst vor euch als ihr vor denen‘ oder ‚Huntsman-Spinnen beißen nicht‘ oder ‚bisher habe ich noch von niemanden gehört, der von einer Spinne gebissen wurde‘ ziehen bei uns nicht wirklich. Dafür sind die Dinger einfach zu groß. Ich bin ja ganz froh, dass wir mittlerweile nicht mehr kreischend und panisch auf die Anwesenheit von Spinnen reagieren. Da haben sich die ganzen Australienaufenthalte und Kontakte zu einheimischen Tierwelt durchaus positiv auf unser Verhalten ausgewirkt.

Gegen 19 Uhr waren wir endlich alle oben auf dem Berg. Es wehte eine leichte Brise und die Temperaturen waren mittlerweile gut auszuhalten. Das Feuer wurde angeheizt und die von Christian am Vortag neu gesetzte Feuerstelle schien ganz wunderbar zu funktionieren.
Darren und Familie waren bereits schon da und das Feuer brannte schon ganz prima.
Lisa hatte die großartige Idee Henna mitzubringen und so habe es ein großes Hallo unter den jungen und nicht mehr ganz so jungen Feierern auf dem Berg, den alle wollten ein tolles Tattoo haben. Eine sogar einige mehr. Vor allem die Mädels waren da ganz heiß drauf und haben sich künstlerisch ausgetobt und sich gegenseitig verziert. Auch Christian hat sich vertrauensvoll in Lisas Hände begeben und sich einen Anker gegönnt.

Es war ein ganz entspanntes und ruhiges Sylvesterfeiern. Am Lagerfeier sitzen, essen und trinken und um Mitternacht ganz unaufgeregt anstoßen. Feuerwerk gibt es hier ja eh nicht und da alle vom langen und heißen Tag recht platt waren, sind wir zeitnah uns unsere Kojen gekrabbelt.

In der Jurte bekam Pollie einen kleinen Meltdown, als sie auf der panischen Suche nach Spinnen im Zelt eine Bull-Ant auf Oskars Bett sah. Sie wollte weder im Zelt noch überhaupt im Busch schlafen. Nach gutem Zureden, Aufstellen eines Nachtlichtes sowie mehrfachem Ausschütteln der Betten konnten wir sie dazu bringen sich hinzulegen und ein wenig zu schlafen. A

Nach einer recht guten Nacht erwartete uns am Morgen eine kleine Überraschung in Form von unzähliger kleiner Ameisen, die wie verrückt um und in unseren Matratzen herum wimmelten. Da gab es kein Halten mehr für Pollie und sie stürmte zeternd aus der Jurte. Das war’s wohl mit Zelten für uns – erstmal. War aber auch wirklich nicht schön das ganze Gekrabble.

Es stellte sich heraus, dass die Ameisen nicht von Außen kamen sondern die kleinen fleißigen Tierchen hatten sich im Laufe des Winters im Stützpfosten der Jurte häuslich niedergelassen, ihn gut ausgehöhlt und ihre Familienplanung erfolgreich umgesetzt.

Nach einem Frühstück mit Toasties auf dem Grill und erneutem Einpacken sind wir zurück in die Edward Street gefahren und haben dort den restlichen Tag haben wir mit Vorbereitungen für Pollies Geburtstag am 2. Januar und mit Abkühlungen am Creek verbracht.

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Pollies Geburtstag haben wir mit Geschenke auspacken und Frühstück begonnen und sind anschließend mit dem SUP (Stand Up Paddle Board) zum See nach Lilliydale gefahren. Nachmittags gab es leckeres Eis in der Schokoladenfabrik um die Ecke (es war so heiß, dass die Kids gar nicht so schnell essen konnten, wie das Eis geschmolzen ist und dementsprechend die Hälfte nicht im Mund landete), Abends gab es Pizza und ‚Pretty Woman‘. Ein rundherum schöner Tag mit Sonne und allem was dazu gehört.

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Der 3. Januar stand ganz im Zeichen des Healesville Sanctuary’s, einer Art Zoo in dem es nur einheimische Tiere zu bewundern gibt und in dem es Brut und Zuchtprogramme der vom Aussterben bedrohten Arten gibt. Eigentlich eine gute Sache. Und uneigentlich wie eben in jedem Zoo eine recht traurige Angelegenheit, wenn Tiere in recht kleinen Gehegen ihr Dasein fristen und nicht so richtig glücklich aussehen.

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Am Nachmittag ging es mal wieder ans Packen. Aber nur kleine Taschen und einen Koffer, denn vom 4.-10 Januar wird Adelaide unsicher gemacht.