Here comes the Sun
Oregon und Kalifornien 2.- 8.10.
Wedderburn bis Santa Barbara
Wie macht man das eigentlich mit dem Lernen unterwegs? Wie motiviert man die Kids und behält dabei auch noch die Ruhe, wenn das Heft durch die Gegend fliegt? (Also, ohne Alkohol und Drogen oder Pillen.) Das Thema beschäftigt uns seit einer Weile.
Angefangen haben wir mit vorgefertigten Tagebuchseiten. Das haben wir immerhin bis Ende Kanada durchgezogen. Mit viel Stress und vielen Wutausbrüchen und verdammt viel Verzweiflung auf unserer Seite.
Auch das Arbeiten in den ganzen Lernheften, die wir mitgenommen haben ist ein sehr unregelmäßiger und unliebsamer Zeitvertreib. Es kommt erschwerend hinzu, dass wir fast jeden Tag unterwegs sind und morgens und abends kaum Zeit bleibt, um noch etwas zu Arbeiten.
Jetzt, nach 10 Wochen unterwegs, scheinen wir eine gute Lösung gefunden zu haben. Wir haben es den Kindern freigestellt, was sie am Tag machen möchten, Hauptsache sie machen zwei Seiten fertig – egal in welchem Heft. Und, was soll ich sagen: Es wirkt Wunder. Jeden Morgen suchen sie sich ein Heft heraus und machen je nach Lust und Laune Mathe, Deutsch, Sachkunde oder Englisch. Manchmal vor, manchmal nach dem Frühstücken, wenn wir Erwachsenen zusammenpacken oder noch mal schnell die Route planen, sitzen die beiden am Tisch und machen Schulaufgaben. Sogar oft zusammen an einem Tisch (Was früher durch die gegenseitige Geräuschkulisse nicht ging). Manchmal hilft Oskar Pollie bei ihren Aufgaben und manchmal unterstützt Pollie Oskar bei seinen Aufgaben. Es kann ja so einfach sein.
Am 2.10., an unseren eigentlich letzten Tag in Oregon sind wir doch nicht aus Oregon hinausgekommen. Wir haben es sage und schreibe ganze 33 Meilen weit gebracht in den Harris Beach State Park, so ca. 7 Meilen von der Kalifornischen Grenze entfernt. Ein wunderschönes Fleckchen Erde mit einem tollen Strand mit vielen Felsen und wunderbaren Wanderwegen.
Das war auch ganz schön nicht ganz so viel zu fahren und mal wieder etwas Zeit vor Ort zu haben.
Am nächsten Morgen sind wir gleich noch mal an den Strand zum klettern und spazieren gegangen und haben uns wieder in der Zeit vertan. Weil wir auschecken mussten (Die Check-out-time liegt zwischen 11 und 13 Uhr, das variiert je nach Campground) hatten wir keine Zeit mehr für ein gemütliches Frühstück. So haben wir uns entschieden einfach zur nächsten Picknick-Area zu fahren um es dort nachzuholen. Leider gestaltete sich das nicht so ganz einfach wie erhofft. Die nächste Gelegenheit war nach der Kalifornischen Landesgrenze und sollte 5 Dollar kosten. Für einen Platz, der nicht mal so richtig attraktiv war. So sind wir noch mal gute 20 Minuten gefahren und wurden mit einem großartigen Platz direkt am Strand belohnt. Nach dem Essen haben die Kinder Hausaufgaben gemacht, es wurden Karten geschrieben und die Reiseroute erneut überarbeitet und umgeplant, was bei uns ja nichts Neues ist.
Als wir da so saßen, sprach uns eine Frau an, die mit ihren 3 Kindern im Camper unterwegs war. Sie hatten am Strand ein großes Rudel Rehe gesehen und wollten uns informieren. Wir kamen ins Gespräch und wir erfuhren, dass sie für 6 Wochen mit den Kindern (10, 12 und 14 Jahre alt) von Colorado über den Yellowstone, dann an der Westküste bis nach Californien zum Yosimite und wieder zurück unterwegs ist. 3 Kinder in dem Alter, Hut ab! Sie meinte auch, dass sie sich oft fragt, ob das so richtig gewesen sei den Trip zu machen, da die Kinder nur am Streiten und meckern sind. Der schlimmste sei wohl ihr Großer, der mitten in der Pubertät steckt. Ach ja, Homeschooling machte die gute Frau auch noch on top. Für mich war das sehr beruhigend zu hören, dass es anscheinend überall das gleiche Spiel ist, wenn man Alltag unterwegs hat.
Bei unserem anschließenden Strandspaziergang haben wir ganz viele Sanddollars gefunden und auch die hübschen Rehe mit einem Hirsch gesehen. Die Amerikaner reden immer von Elks. Die Tiere sehen aber nach Rehen aus, finden wir.
Glücklich und zufrieden sind wir weiter nach Klamath zu unserem nächsten Campground direkt an einem Fluss gefahren.
Am Freitag morgen sind wir recht früh (also unsere Definition davon) vor 11 Uhr losgekommen und in die Redwoods zum Mystic Tree Trail gefahren. Dort gibt es einen netten, allerdings auch sehr touristischen Wanderweg durch die Küstenmammut-Bäume, die zum Teil 2000 bis 3000 Jahre alt sind.
Unfassbar schön sind die Baumgiganten. Und wirklich beeindruckend in ihrer Größe. Schön, dass sie so alt werden durften, vor allem, wenn man bedenkt, dass viele dieser Ur-Wälder gerodet wurden.
Das Highlight dieses Parks war die Fahrt in einer Gondel über und durch die Baumwipfel und der Ausblick von der Aussichtsplattform. Auch das‚ End of the Trail-Museum’ war ein Hingucker. Dort waren Kostüme, Handarbeiten, Schmuck, Werkzeuge uvm. diverser Stämme der First Nation ausgestellt. Auch hier war sogar Pollie ganz interessiert, obwohl sie Museen ja eher ‚laaaaaaangweilig’ findet. Ich war auch ganz Feuer und Flamme und habe mir eine rituelle Räuchermischung gekauft.
Nach einem Abstecher im Supermarkt haben wir unseren Campingplatz in Trinidad, leider nicht in der Karibik, aber dafür direkt im Wald zwischen den ganzen schönen Redwoods, angefahren. (Nur mal so nebenbei: Pollie hast auf dem 15-minütigen Weg vom Supermarkt bis zum Campground ein ganzes Netz Mandarinen inhaliert.)
Der nächste Tag brachte uns erst mal zu einer Shoppingmall um für Pollie neue Sneaker zu kaufen. In ihren alten musste sie mittlerweile die Zehen krumm machen. Nach dem wir das in recht kurzer Zeit erledigt hatten, haben wir auf unserem Weg zum HWY 1 noch einen weiteren Zwischenstopp eingelegt. Auf der Karte hatte ich gesehen, dass es kurz vor Beginn des Küstenhighways einen, und jetzt bitte festhalten, ‚Drive-Thru-Forest’ gibt. Bitte? Ja genau, Drive-Thru. Das fanden wir so absurd und so fern von unserer Vorstellungskraft, dass wir uns das unbedingt ansehen mussten.
Und was soll ich sagen. Es war absurd. Man wurde auf einer Straße durch den Wald geführt und das Highlight dieser skurrilen Veranstaltung bildete ein 2.300 Jahre alter Redwood, in den man in den 1950er-Jahren einen Tunnel gesägt hat, so dass man dort mit dem Auto durchfahren kann. Unfassbar. Und das Krönchen auf dem ganzen bildeten die Busse voller Asiaten, die alles knipsten, was ihnen vor die Linse kam. Selbst als Oskar auf einem geschnitzten Seehund saß, kam eine Frau an und fotografierte ihn. Schnell weg, haben wir uns da gedacht. Das wurde uns echt zu spooky. Fassungslos war ich allerdings erst komplett, als wir auch noch beim Ausparken des Campers gefilmt wurden… Da brauche ich wohl noch etwas Zeit, um das zu verarbeiten.
Die Aussöhnung mit diesem Wahnsinn folgte jedoch auf dem Fuße – der langersehnte, legendäre HWY 1, der ellenlang direkt am Pazifik langführt. Meilenweit nur der Pazifik auf der Beifahrerseite. Ein Traum. Allerdings führt er fast nur serpentinenartig über Berg und Tal. Da habe ich ab und zu die Luft anhalten müssen, da es auf der Beifahrerseite steil bergab ging – ohne Leitplanke versteht sich.
Nachts haben wir auf einem privaten Campground in Cleone Stopp gemacht. Ein uriges, in die Jahre gekommenes Teil mit Tankstelle und Grocery Store. Ein bisschen wie die Flaschenpost bei uns zu Hause, wo jeder jeden kennt und es fast alles zu kaufen gibt. Wir wurden hier total freudig begrüßt und hatten sogar eine Auswahl an Stellplätzen.
Am nächsten Morgen sind Oskar und Christian joggen gegangen, Pollie hat Hausaufgaben gemacht und ich hatte mal wieder Zeit für meine Yogamatte. Weil unsere Wäsche im Trockner einfach nicht trocken wurde, haben wir nach dem Aus-checken noch etwas vor dem Store gesessen und uns das Treiben angeschaut. Das war wirklich lustig, wie auf dem Land.
Die dann folgende Strecke war vor allem für Christian zum Fahren anstrengend. Die doch für amerikanische Verhältinisse recht enge Straße führte berghoch und -runter in engen Serpentinen und Haarnadelkurven nach Süden. Dazu kamen noch Straßenschäden und viele Holperlöcher, die Schubladen und Schränke aufspringen ließen, so dass der Inhalt munter herausfiel und über den Boden kullerte. Auch die Toilettentür ging regelmäßig auf und klapperte fröhlich auf und zu. So bin ich während der Fahrt öfter mal aufgestanden und haben mich wir bei hohem Seegang durch den Camper bewegt, um Schranktüren und Schubladen zu schließen.
Da wir für die Strecken noch länger benötigten als sonst und sehr langsam mit unserem Schlachtschiff vorankommen, waren wir an allen National- und Regional Parks zu spät dran und alle waren ausgebucht. Schlussendlich haben wir doch noch einen Platz am Ende der Welt mitten in den Dünen bei Lawson’s Landing gefunden und dafür einen wundervollen Sonnenuntergang miterlebt. Dieser hat die Strapazen zuvor gut ausgeglichen.
Der nächste Tag brachte uns zum Frühstück eine Überraschung. Wir hatten völlig außer acht gelassen, dass wir ja direkt am Meer sind und unser Essen nicht unbeaufsichtigt stehen lassen sollten. Als wir alle grade im Camper waren um die letzten Utensilien für das Frühstück herauszutragen hörten wir draußen aufgeregtes Möwengezeter. Die Mistviecher haben sich mit 3 Scheiben Toast aus dem Staub gemacht und sich dann noch lauthals darum gestritten. So konnten wir nur herausstürmen und den Rest des Frühstücks retten. Und wieder etwas dazu gelernt.
Um wieder etwas mehr Strecke zu machen, hatten wir uns für diesen Tag entschieden, auf den HWY 101 auszuweichen und später wieder auf die 1 zu fahren. Wir kamen fast jeden Tag so spät an, dass die meisten State Parks schon überfüllt waren und wir nur noch auf welchen ohne Strom und Wasser sogenanntes Dry-Camping ausweichen mussten. Trotzdem wir gut vorangekommen sind, war der erste State-Park mit Hook-up schon wieder belegt. Der nachfolgende, der Seacliff Beach Park, ohne jegliches Hook-up hatte aber noch Platz und wir waren mit dem, was wir bekamen, mehr als glücklich. Wir hatten einen Platz mit Meerblick, direkt am Strand. Es war zwar wie auf einem normalen Parkplatz, dafür aber mit einer super Aussicht. Glücklich und zufrieden haben wir uns nach unserer Ankunft um 16 Uhr gleich an den Strand gesetzt und Seelöwen beobachtet.
Rechts und links waren noch zwei Plätze frei und wir hatten gehofft, dass die vielleicht frei bleiben. Dem war leider nicht so. Als erstes kam ein weiterer Camper von CruiseAmerica mit einem Pärchen. Als dann noch ein weiterer Camper von CruiseAmerica auf den anderen freien Platz einfuhr, winkten wir wie wild und mussten sehr über die Gesichter der Leute lachen, die im Camper saßen. Es stellte sich heraus, dass es eine Familie mit 4 Kindern aus Deutschland war. Die schickte der Himmel. Nachdem bei uns ein bisschen die Luft raus war mit dem vielen Gefahre und der ewigen Campingplatzzsuche hatten wir alle jemanden zum Unterhalten bzw. zum Spielen.
Wir haben spontan zusammen gekocht, gegessen und Vino getrunken. Die Kinder sind auch recht schnell miteinander warm geworden und haben noch draußen herumgerockt.
Das war ein bisschen wie eine sozialkommunikative Vitaminkur und am nächsten Tag sind wir nach der Verabschiedung gestärkt und guter Dinge wieder in See gestochen.
Leider hat sich das Wetter am 8.10. dann aber etwas gegen uns verschworen. Ausgerechnet auf einem der landschaftlich reizvollsten Abschnitte des HWY 1 kam dicker Nebel über dem Wasser auf. So dick, dass man kaum das Wasser sehen konnte. Auch an den ganzen Viewpoints, an den wir anhielten, konnte man kaum etwas sehen. Es war wie verhext.
An einem Aussichtspunkt kam jedoch mein Highlight: Wir hatten freie Sicht auf das Meer und wir konnten in der Ferne Wale sehen.
Allerdings war es dann wieder grau, als wir um die nächste Kurve gefahren sind. Ein weiterer Stopp bei einer Elephant Seal-Kolonie brachte auch noch etwas gute Laune, die sich schnell wieder aus dem Stab machte, als die folgenden drei State Parks ausgebucht waren. So mussten wir noch weiter fahren und die Stimmung im Camper wurde immer schlechter, da die Kinder Angst hatten, dass wir nirgendwo schlafen können.
Fündig wurden wir auf dem Hearst State Park. Ein schlichter Park nur mit Dry-sites und ohne viel drum herum – aber mit Duschen (auch mal wieder ganz angenehm nach 2 Tagen ohne, wir werden immer genügsamer). Das mit dem Dry-Camping ist ja an sich für ein bis zwei Tage auch kein Problem, wenn unser Wassertank gefüllt und der Schwarzwassertank gelehrt ist. Nur dass mit dem Strom ist doof. Ab und zu müssen wir ja unsere Akkus der Kameras, den Rechner und anderes technisches Equipment aufladen. Und das geht nur, wenn wir einen Platz mit wenigstens eletrical hook-up haben.
Am Mittwoch Morgen schien wieder die Sonne. Die Kids waren gut drauf und haben wieder fleißig in ihren Heften gearbeitet. Beim Frühstück wurden wir von einer Kolonie Backenhörnchen belagert. Die putzigen Viecher wimmelten um unseren Camper und unseren Tisch herum und wurden sehr zudringlich. Nach einer „nur“ 3-stündigen Fahrt haben wir ein nettes Plätzchen mit Hook-up auf einem Statepark in den Dünen beommen. Mit netten Nachbarn, die uns vor den Riesenmücken warnten und Oskar und Pollie mit einem ferngesteuerten Auto beglückten – geliehen versteht sich. Bei einem Spaziergang durch die Dünen an den Strand ließen sich allerdings keine Muntermücken blicken. Der Strand war riesig: lang und breit und er war befahren. Nicht nur von Autos auch von Campern und Wohnwagen, denn man konnte hier bis ans Wasser fahren und dort direkt am Strand campen. Wir waren sehr versucht, wenn wir nicht dringend unsere Akkus hätten aufladen müssen.
Der 10.10. entpuppte sich dann als ein Tag, den ich persönlich aus dem Kalender hätte streichen können. Eigentlich fing alles ganz gut an. In einer Reportage über den HWY 1 hatten wir das Madonna Inn gesehen, ein Hotel mit kitschig dekorierten Zimmern, jedes in einem anderen Style und Farbe. Dazugehörig gibt es ein Café mit preisgekrönten Torten und urigem Ambiente. Wir dachten, dass wir uns zum Lunch dort mal etwas gönnen und essen gehen. (Das machen wir extrem selten, da wir a) unser Budget etwas schonen wollen und b) es oft für Vegetarier wenig Auswahl gibt.)
So sind wir gut gelaunt in das Café gegangen, haben einen tollen Platz an der runden Theke bekommen und uns die Speisekarte zu Gemüte geführt. Die Kinder wollten Burger, Chicken Sticks und Pommes und Christian bestellte ein warmes Chicken-Sandwich. Als einiges vegetarisches Gericht gab es ein kaltes Salat-Sandwich. Schon mal nicht schlecht. Allerdings war mir auch nach etwas Warmen zu essen. Also fragte ich, ob ich auch ein warmes vegetarisches Sandwich bekommen könnte. Kein Problem, sagte die nette Kellnerin, ich könnte das Ham-and-Chese-Sandwich ohne Ham bekommen. Prima, dachte ich bei mir, da ich davon ausging, dass da auch etwas Gemüse oder Salat drauf war. Als das Essen dann kam, war ich gelinde gesagt etwas enttäuscht – auf meinem Teller befand sich Toastbrot mit geschmolzenem Käse und Pommes. Kein Gemüse oder Salat. Auch Christians Chicken-Sandwich kam pur ohne Soßen, ohne Grünzeug und sehr lieblos angeriichtet. Das hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt. Aber die Kids waren happy, das war ja die Hauptsache.
Vielleicht sind unsere Erwartungen einfach zu groß gewesen, in Bezug auf das Ambiente und das gehypte Hotel. Kulinarisch enttäuscht haben wir uns wieder auf den Weg gemacht zu unserem nächsten Wunsch-State-Park.
Auf der Strecke lag ein Wasserfall, den wir uns gerne anschauen wollten, um uns zwischendurch mal etwas zu bewegen und die Natur zu genießen. Es war erfreulicherweise wenig los und der Parkplatz war recht leer. Nur vereinzelt kamen uns Leute entgegen. Vielleicht hätten wir da schon stutzig werden sollen. Munter sind wir losgestapft und haben uns die fiesen Fliegen aus dem Gesicht gewedelt. Es war recht heiß und es wehte kein Lüftchen. Auf dem Ende des Trails, nach ca 15 Minuten stetigem Bergausf gehen, so ganz kurz vor dem Wasserfall, der sich als Wasserrinnsal entpuppte, war der Zugang gesperrt. Wegen der Gefahr herunterfallender Gesteinsbrocken. Na super. Da hätte man doch auch mal vorher drauf hinweisen können, oder?
Schon wieder enttäuscht und etwas verständnislos ob der Organisation des Parks sind wir zu unserem Campground gefahren, der, wie sollte es jetzt auch anders sein – richtig, ausgebucht war. Der nächste Statepark, El Capitan, war wieder einer ohne Hook-ups. Also wieder kein Aufladen der Kamera-Akkus. Na gut, dachten wir. Dann geht es auch noch einen Tag ohne und sind zum Strand gegangen. Dort sind wir herumgelaufen, haben uns das Wasser um die Füße spülen lassen und unser obligatorische Beach-Cleaning gemacht. Dabei wurden wir auch fündig: einiges an Plastik, einen Schuh, eine volle Plastikflasche, einen Ball, Strohhalme und zu guter Letzt hat Oskar ein zurückgelassenes Boogieboard gefunden. Da sich niemand gefunden hat, dem es gehört, haben wir es adoptiert und es darf bei uns mitreisen.
Zurück am Wohnmobil kam dann das Tröpfchen das bei mir das Desasterfass zum Überlaufen brachte: Unsere Füße waren voller Teer. Nicht nur kleine vereinzelte Flecken, nein, es waren dicke fette Plocken, die wir unter unseren Füßen hatten. Igittigitt. In diesem Moment wollte ich nur noch nach Hause. In mein sauberes, unverkrümeltes, gemütliches Bett. Nach diesem Tag hatte ich den Reiseblues.
(Ich weiß ja, dass es diese Tage genauso zu Hause geben kann. Tage, an denen Nichts so richtig klappt und die Laune auch bei allem Optimismus einfach kippt. Aber da kann ich mich ja verkrümeln und die Tür hinter mir schließen und mich ausmären. Hier heißt es tief durchatmen und versuchen fließen zu lassen. Beim Versuch ist es bei mir allerdings auch geblieben.)
Nach vielem Fluchen und Schimpfen haben wir die Sauerei mit Sonnencreme und einem Stahlwolle-Schwamm abgerieben bekommen. Mehr oder weniger gut. Der dann folgende Sonnenuntergang und Rotwein hat die Wogen etwas glätten können.
Der Blick auf Meer hat uns dann auch den wahrscheinlichen Verursacher der Teerplocken am Strand geliefert: in der Bucht standen diverse Ölplattformen….
Es bleibt weiter spannend wie sich das mit den Campingplätzen entwickelt. Wir bleiben einfach optimistisch. Auch wenn mir das an manchen Tagen echt schwer fällt. (Aber das schiebe ich mal gepflegt auf meinen stetig schwankenden Hormonspiegel. Oder auf den den der Kinder, die sich oft total pubertär gebären. Eine hochexplosive Kombi.)
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Danke für die Eindrücke, Berichte und Fotos von eurer Reise durch die Staaten.
Hier zieht der Herbst ein und ich sehne mich auch nach der schönen Natur die euch da umgibt.
Freue mich auf mehr und umarme euch alle herzlich! Annette