Gut Ding will Weile haben.
(Stand 17.12.22 – Wir hängen etwas mit den Berichten hinterher, arbeiten aber daran.)
Ganze vier Wochen sind wir nun schon hier. Den Jetlag haben wir alle nach gut einer Woche hinter uns gelassen und sind soweit angekommen.

Wir leben immer noch mit Thorsten, Christians Bruder, im Haus in Ventnor und sind nach wie vor auf Häusersuche. Allerdings ist unsere erste Euphorie und Zuversicht etwas geschwunden. Nachdem wir unsere zweite Absage bekommen haben, ohne auch nur zu wissen warum, sind wir etwas gefrustet. Die Vermietung in Australien geht zu 90% über Maklerbüros und 10% werden unter der Hand von Privat vermietet.
Das Procedere bei den Maklern ist wie folgt: Man schaut im Internet auf den einschlägigen Seiten nach, schickt eine Anfrage an die Makler für einen Besichtigungstermin und bekommt, wenn man Glück hat einen Termin innerhalb einer Woche. Danach bewirbt man sich online oder bei manchen geht es auch noch in Papierform und hofft, dass man positiven Bescheid bekommt.
Da wir hier keine „Rental History“ haben, sind wir eigentlich schon so gut wie aussortiert. Nach der zweiten Bewerbung sind wir dazu übergegangen einen persönlichen Brief zu schreiben, in dem wir uns vorstellen und unsere Situation erklären und aufzuklären warum wir noch nichts in Australien gemietet haben.
Bei der letzten Bewerbung mussten wir uns dann noch mal so richtig nackig machen, weil das Maklerbüro darauf bestand, dass wir Belege einreichen, die beweisen, dass wir 1. Mieteinnahmen in Deutschland haben, 2. dass uns das Haus in Bremen gehört, 3. dass Christian auch wirklich Einnahmen als freiberuflicher Architekt hat (die letzten 3 Rechnungen) und 4. meine letzten 3 Gehaltsabrechnungen.
Erwähnenswert ist, dass wir vorab schon Kontoauszüge und den letzten Einkommenssteuerjahresausgleich vorgelegt hatten. Ganz schön happig und recht übergriffig das Ganze hier. Aber was tut man nicht alles, um ein Dach über dem Kopf zu bekommen.
Frustrierend ist das Ganze nun, weil wir zum 23.12.22 aus dem Haus hier raus müssen, da es ab dann bis Ende Januar vermietet ist. Heute ist der 17.12.22 und uns rennt die Zeit davon.
Das Haus, auf das wir uns letzte Woche beworben haben ist in der Teddy Bear Lane, nicht weit (Australisches nicht weit) von Ventnor und diesem Haus entfernt. Es ist perfekt für uns und hat noch ein Zimmer extra für Besuch, bzw. für Thorsten und seine Töchter Zaleha und Indira, solange das Haus in Ventnor über die Ferien vermietet ist. Es steht schon seit einiger Zeit leer und sollte zum 16.12. vermietet werden. Allerdings haben wir nach mehrmaligen Nachhakens noch keine Info, ob wir eine Zusage bekommen oder eben mal wieder nicht. Schon etwas frustrierend, besonders im Hinblick auf Weihnachten.
Ein Glück gibt es eine Übergangslösung. Thorstens Freund Darren hat grade ein Haus in Healesville renoviert, dass er vermieten möchte. Da es bisher noch keine Mieter gibt, können wir dort vorerst einziehen. Das Haus verfügt über 3 Schlafzimmer und Wohnküche und ein separates Wohnzimmer, so dass wir alle etwas zusammenrücken müssen, aber auf jeden Fall zu Weihnachten nicht heimatlos da stehen.
Die Sache mit dem Haus hat nur einen kleinen Haken: es ist unmöbliert und wir müssen alle Möbel, die Thorsten schon für uns hier in Ventnor gesammelt hat nach Healesville transportieren. Jeder Trip dahin und zurück mit Anhänger voller Möbel und Kram dauert ca. 5 Stunden. Und da wir nur die Wochenenden dafür haben und Thorsten ja Fulltime arbeitet, ist die Zeit jetzt recht knapp.
Alles etwas unglücklich gelaufen. Auch mit unserem Koffer, der leider noch immer im Nirgendwo sein Dasein fristet. Laut Etihad Airlines ist der Koffer nicht in Abu Dhabi angekommen. Nun laufen irgendwo Nachforschungen nach dem Verbleib des guten Stücks. Aber auch meine Anfragen bei Lufthansa und in Bremen am Flughafen beim „Lost and Found“ blieben bis dato unbeantwortet.
Auch Imke, die netterweise von Bremen aus telefonisch Nachforschungen gestartet hat, ist leider nicht weitergekommen.
Zur Zeit haben wir Dienstag bis Donnerstag ein Auto zur Verfügung, dann arbeitet Thorsten im Homeoffice und wir können sein Auto benutzen. Eigentlich sollte sein neues Auto schon seit zwei Wochen ausgeliefert und abholbereit sein, so dass wir sein altes übernehmen können und unabhängig sind. Aber auch das verschiebt sich grade von Woche zu Woche nach hinten.
Irgendwie ist bei uns der Wurm drinn. Aber es hilft ja alles nichts, auch wenn die Stimmung bei uns teils gedrückt und angespannt ist, machen wir das Beste draus. Wir gehen viel am Strand spazieren, wenn es trocken ist und hatten sogar schon einige Tage, an denen wir schwimmen gehen konnten, wobei sich die Wassertemperatur von ca. 16 Grad nicht wesentlich von der momentanen Lufttemperatur unterscheidet. Solange es windstill ist und die Sonne rauskommt ist alles fein.
An Auto-Tagen erkundigen wir die Gegend und suchen Lieblingsplätze wie den Pyramid Rock oder die Nobbies auf, schauen uns die Pelikan-Fütterung in San Remo an, entdecken neue Plätze wie den Forest Cave Beach oder machen eine Tour durch sämtliche Op-Shops des Landkreises.
Pollie und ich könnten uns vor allem an Deko dumm und dusselig kaufen. Solange wir aber keine feste Bleibe haben, macht es leider so gar keinen Sinn. Trotzdem hat schon das ein oder andere kleine Dekoobjekt zu uns gefunden – hauptsächlich Weihnachtsdeko.
Wirklich positive Erlebnisse hatten wir mit den Schulen der Kinder. Sowohl an Pollies Schule der Cowes Primary School in Cowes als auch in Oskar Schule dem Secondary College in San Remo sind wir herzlich empfangen worden und mit allem Papierkram und Organisatorischem unterstützt und beraten worden. Die Kinder waren am 13.12. beim Schnuppertag in ihren Schulen und haben sowohl die Schule, also auch die neuen Mitschüler und Lehrer kennengelernt.
Hier auf dem Land scheinen alle etwas herzlicher, hilfsbereiter und entspannter zu sein. Wir hatten schon ein Gespräch mit der Beauftragten für die sprachliche Unterstützung für Kinder bei denen Englisch die Zweitsprache ist und die uns anbot, dass wir uns gerne melden können, falls wir Unterstützung mit Anträgen benötigen oder Fragen jeglicher Art haben.
Die Schuluniformen sind bestellt und teilweise auch schon da. Pollie hat schon einen feschen grünen Hut und einen grün-gelben Hoody, den passenden Rock müssen wir noch besorgen und die ‚Graduation-Shirts‘ kommen kurz vor Schulbeginn. (Mehr zu dem Schulsystem in einem anderen Post.) Oskars Schulsachen müssen wir noch besorgen und bekommen die in einem Geschäft in Wonthaggi. Sobald die Kids komplett eingekleidet sind, werden wir Beweisfotos posten.
Hallo ihr Lieben –
ich hatte es irgendwie nicht mehr geschafft, euch vor der Abreise alles Gute zu wünschen. Aber ich freu mich jetzt von euch zu lesen hier. Ich schicke ganz viele gute Gedanken, dass sich am Ende alles im Rückblick für richtig erweist, weil ihr dann genau euer Traumhaus findet – alles Liebe von Nicole
Hallo Zusammen, auch wenn der Start etwas holprig war geht es doch voran. Klar, der „normale“ Altag ist bestimmt noch nicht eingekehrt, aber ihr hattet trotzdem schöne Momente, die so denke ich mir, doch einiges wettmachen.
Weiterhin toi, toi, toi und Pollie und Oskar einen guten Start für die Schule.
LG und Danke für eure Berichte
Rita