Feiern ohne Unterlass

Feiern ohne Unterlass

Januar 20, 2020 1 Von Nuroma

22.12.19 – 7.1.2020 Nunawading – Healesville – Echuca – St. Kilda

Ach ja, die Feiertage. Die haben es in sich und man entkommt ihnen auch einfach nicht. Auch nicht hier in Australien. Nachdem wir am 22.12. die Insel (Phillip Island) verlassen haben sind wir erst mal mit Sack und Pack bei Thorsten und Familie in Nunawading (Melbourne) eingezogen oder eingefallen je nach dem aus welcher Warte man es sieht.

Wir durften das Gästezimmer beziehen, die Kinder haben in Thorsten Arbeitszimmer genächtigt und Marlies ist in einem netten Apartment um die Ecke (australisches um die Ecke – 25 Minuten zu Fuß) untergekommen. Bei unserer Ankunft haben wir uns sehr über Weihnachtspost von zu Hause freuen dürfen. Das war eine Überraschung! Die Freude war wirklich groß! An dieser Stelle noch mal ein dickes Danke an alle Old-School-Briefe-Schreibenden! (An alle anderen treuen NachrichtenschreiberInnen natürlich auch!)

Den Tag haben wir es noch recht ruhig angehen lassen denn die nächsten Tage würden nicht mehr so chillig werden. Abends haben wir einen Spaziergang durchs Viertel gemacht und haben uns die schaurig und schön kitschige Weihnachtsdeko in den Straßen angeschaut und uns dabei ganz köstlich amüsiert. Am besten fand ich das aufblasbare Klohäuschen, bei dem regelmäßig die Tür aufging und Santa herausschaute.

(Leider kann ich den Film den ich davon gemacht habe nicht hochladen – herrlich trockener australischer Klohumor.)

Am 23.12. haben Thorsten und ich uns ins Getümmel gestürzt und haben die Lebensmittel für die Weihnachtstage eingekauft. Unglaubliche Mengen kamen da zusammen. Ganz wie zu Hause.

Am Heilig Abend gab es das German Christmas. Shalas Schwester Marisa und ihr Freund Yesdi waren auch von der Partie. Es gab: einen Braten vom Grill, einen gefüllten Kürbis als vegetarische Variante, Rotkohl und Röstkartoffeln. Dazu noch etwas Salat und natürlich lecker Nachtisch. Eine Mousse au Chocolat, einen Eiskuchen und eine Avocado-Mango-Schoko-Creme. Danach waren wir alle pappsatt und müde. Aber das Bett musste leider noch etwas warten. Da waren ja noch die Geschenke, die eingepackt werden wollten und ihren Weg unter den Baum finden mussten.

Bescherung in Australien ist nämlich erst am Weihnachtstag also am 25.12. Und hier gibt es sie gleich im Doppelpack. Die Kinder hängen ihre Santa-Beutel (Geschenksäcke) am Heiligabend auf und Santa Claus füllt diese dann in der Nacht. Der Glückliche hat hier neben Milch und Keksen auch noch einen ordentlichen Schluck Whiskey auf der Terrasse stehen gehabt, so dass die ganzen Süßigkeiten auch gleich noch etwas verdaut werden konnten. Scheint er auch dankbar angenommen zu haben – das Glas war am nächsten Morgen leer.

Diese Säcke voller Geschenke werden dann noch vor dem Frühstück und dem ersten Kaffee geleert und ausgepackt. Allein das ist schon eine ganz schöne Geschenkeschlacht.

Unseren Kindern hat Santa lauter praktische Dinge gebracht. Es gab neue Leggings, Unterhosen, Socken, Stifte und Gutscheine fürs Kino und für Eis. Die beiden haben sich tapfer geschlagen. Ihre Cousinen haben etwas mehr und etwas aufwendigere Geschenke in ihren doppelt so großen Säcken gefunden. Aber der gute alte Santa weiß ja nun mal dass wir noch etwas unterwegs sind und daher gar nicht so viele Dinge durch die Gegend schleppen können und hat eben nur das gebracht, was gebraucht wird. Mitdenkend dieser Mann. Großartig.

Nach einem kurzen Frühstück folgte die Vorbereitung für das „richtige“ Weihnachtsessen, Aussi-Christmas. Es wurde gegrillt. Und es galt für 13 Personen Essen vorzubereiten. Es wurden neben unserer Baggage noch Shalas Eltern (Phyllis und Raj), Britney, Shalas Nichte und Marisa erwartet.

Und auch in diesem Teil der Erde scheint die Angst zu herrschen nicht alle satt zu bekommen. Es gab 5 verschiedene Salate, Unmengen an Würstchen (mit und ohne Fleisch), Lachs als Vorspeise, Kartoffeln in 2 Varianten, Satay-Spieße, Spargel, Haloumi und Tofu.

Und davor einen von Thorsten gemixten leckeren Singapur Sling als Aperitiv.

Was soll ich sagen: Wir sind tatsächlich alle satt geworden.

Bei einem Kaffee ging es mit der zweiten Bescherung weiter. Die Geschenke , die unter dem Baum lagen durften sich ihrer Verpackung entledigen lassen. Danach waren alle sehr sehr glücklich. Und auch etwas kaputt. Die ganze Aufregung davor und der jähe Abfall des Adrenalinspiegels machen ja dann doch etwas müde.

Es galt aber noch etwas durchzuhalten, denn der Nachtisch war ja noch nicht serviert worden. Ein Glück. Endlich wieder etwas zu essen. Diesmal gab es Käsekuchen, Eistorte und Schokomousse. Am Abend sind wir alle nur noch ins Bett gekugelt.

Der 26.12. war der letzte Tag von Marlies in Australien. Die letzten 4 Wochen sind wie im Flug vergangen. Der selbige von ihr ging am Abend wieder Richtung Heimat. Vorher haben wir noch einen entspannten Tag in Warburton am Yarra River bei sonnigen 32 Grad verbracht und das Wetter genossen. Marlies haben wir abends zum Flughafen gebracht und uns verabschiedet. Sie wird uns ganz schön fehlen.

Im Anschluss haben wir noch etwas zusammengepackt da wir am nächsten Morgen nach Healesville fahren wollten. Thorsten und Shala haben dort ein Grundstück mitten im Busch auf einem Berg. Dort gibt es nichts als eine Hütte und eine Außenküche, ein Campingklo mit vielen achtbeinigen Mitbewohnern und ein großes Tipi in dem wir vier schlafen konnten.

Ich sag’s mal so: Das war eine Herausforderung – besonders für mich. Ich hab es nicht so mit den Krabbeltieren. Schon gar nicht in nächster Nähe auf dem Örtchen. Auch Pollie wollte da nicht auf Klo gehen und hat sich lieber in die Büsche geschlagen. Einzig und allein Oskar hat sich nicht abschrecken lassen und hat das stille Örtchen besucht.

Am ersten Tag quietschten auch Indira und Zaleha ein paar Mal laut und Thorsten musste kleinere und größere Huntsman aus der Hütte entfernen.

Wir wollten in Healesville bis zum 1.1. bleiben und auch hier Silvester feiern. Am 28. Haben wir bei 38 Grad eine Radtour gemacht – jedenfalls haben wir es versucht. Wir haben die Fahrräder in den Anhänger geladen und sind in einen Park gefahren um dort eine Tour zu machen. Zaleha und Indira wollten unbedingt ihre neuen Fahrräder ausprobieren, die sie zu Weihnachten bekommen haben. Also fuhren wir gegen 10 Uhr vom Parkplatz los um 4 Minuten später genau dort wieder zu landen. So probierten wir den nächsten Weg aus, nur um genauso schlau zu sein wie zuvor und wieder am Parkplatz zu landen. Da wir nicht aufgeben wollten haben wir uns noch einen Versuch gegeben. Wagemutig sind wir bergauf gefahren, haben die Straße verlassen, sind querfeldein gefahren und sind – wieder am Parkplatz gelandet.

Durchgeschwitzt haben wir aufgegeben und sind ins Dorf gefahren um Mittag zu essen. Dem Essen folgten etwas Op-Shopping und die Rückkehr auf den Berg. Nachmittags sind wir in den RACV-Club gefahren, in dem Thorsten Mitglied ist, und haben uns im Pool erfrischt. (Der RACV ist das australische Pendent des ADAC, nur viel exklusiver mit Clubgebäuden mit Pool, Golfplatz und Gym. Vor allem in den ländlichen Gebieten gut frequentiert und sehr beliebt.)

Auch der nächste Tag war wieder heiß. Wir sind ins Healesville Sanctuary gefahren und haben dort ein paar Stunden verbracht. Dort gibt es nur einheimische Tiere zu sehen, die fast artgerecht gehalten werden. Es gibt dort sogar ein erfolgreiches Zuchtprogramm für tasmanische Teufel, die später wieder in Tasmanien ausgewildert werden. Ein wirklich schöner Tierpark, soweit man das von Tierparks eben sagen kann. Den Kindern hat es gefallen und wenn es nicht so brüllend heiß gewesen wäre hätten wir es bestimmt noch etwas länger ausgehalten.

Im Anschluss sind wir zu einer Schokoladenfarbig gefahren. Nicht dass wir bei der Hitze den Drang verspürten Scheik zu essen. Dort gab es einen sehr beliebten Eiscreme-Stand, auf den wir es abgesehen hatten. Leider war es auch dafür fast zu heiß. Das Eis schmolz nur so dahin, dass wir mit dem Essen kaum hinterher kamen. War trotzdem lecker und den Weg wert. Vor allem eine gute Abkühlung.

Am späten Nachmittag hat Thorsten Zaleha und Indira zurück in die Stadt gebracht.

Bei der Hitze die an den nächsten Tag herrschen sollte hatte Shala Bedenken und wollte, dass die beiden lieber in die Stadt zurück kommen. Wir sind jedoch noch eine weitere Nacht geblieben und haben uns erst am nächsten Tag zurück in die Stadt begeben.

Wir haben alle super dort oben geschlafen. Das muss wohl an der vielen frischen Luft liegen.

Silvester haben wir in Nunawading verbracht. Mit den Nachbarn und deren Kindern. Die beiden Jungs haben bekannt gegeben, dass sie Pollie heiraten wollen. Da mussten wir ihnen erst mal ganz vorsichtig erklären, dass sie sich da hinten an die Schlange anstellen müssen, denn da hätten schon andere vor ihnen angemeldet.

Uiuiui, das kann ja noch heiter werden. Wie wird das erst in ein paar Jahren werden? Na gut, das werden wir sehen wenn es soweit ist.

Wir sind sehr unaufgeregt ins neue Jahr gerutscht und haben fassungs- und sprachlos am Fernseher das Feuerwerk in Sydney verfolgt. Einfach unglaublich im Anbetracht dessen was rundherum Sydneys grade passiert. Aber darüber habe ich mich schon genug aufgeregt und möchte meine Empörung nicht noch einmal breit treten. Es ist einfach schrecklich welche neuen Horrornachrichten und Schreckensbilder täglich über sämtliche Kanäle auf einen einströmen. Da fühlt man sich machtlos ob dieser Feuerstürme die da über das Land fegen. Ich hoffe, dass etwas passiert und dass es ein verdammt schnelles Umdenken gibt.

Im Hinblick auf das Feuerinferno wirken so normale und alltägliche Dinge wie Geburtstagsvorbereitungen und Kuchenbacken irgendwie abstrus. Aber Pollies neunter Geburtstag stand am 2.1. vor der Tür und die vorerst letzte Feier wollte organisiert und gefeiert werden. In Zusammenarbeit mit Thorsten, einem sowohl routinierten als auch kreativen Kuchenbäcker, haben wir Pollies Wunsch erfüllt und ihr einen Einhornkuchen kreiert. Also ich habe gebacken und Thorsten hat die ganze Deko gemacht. Das Horn und die Ohren hatte er schon vor Weihnachten geformt und trocknen lassen. Zaleha hat die Krone für den Stuhl gestaltet und Luftballons dekoriert und wir haben munter Geschenke einpackt und die Restdeko gemacht.

Die Freude war perfekt. Am nächsten Morgen gab es leuchtende Augen und ein strahlendes Geburtstagskind. Noch strahlender wurden die Augen als der Ort der Geburtstagsparty verkündet wurde: Es ging zum Pferdereiten ins Unicorn Valley.

Die Reitschule hatte ich gut 2 Wochen vorher im Internet gefunden und für eine Reitstunde mit vier Kindern angefragt. Die Inhaberin Andrea kommt ursprünglich aus Baden Baden und lebt schon seit über 28 Jahren in Australien. Sie hat alles möglich gemacht und Termine umgeschoben so dass Pollie ihren größten Geburtstagswunsch erfüllt bekommen konnte.

Wir hatten bestes Wetter und die Kinder mussten über Striegeln, Sattel auflegen und Festzurren und Aufsitzen alles selbst erledigen. Die Pferde waren alle über 20 Jahre alt und sehr geduldig. Pollie durfte auf Poppy (eigentlich Popstar) reiten. Andrea hat die Kinder nach kurzer Eingewöhnung im Gelände reiten und traben lassen. Auch über kleine Hindernisse durften sie springen. Nach 1,5 Stunden kamen die vier Kinder glücklich und mit leuchtenden Augen zurück. Nach Absatteln und Striegeln torkelten die Kinder etwas breitbeinig aber glücklich zum Picknicktisch und dann flix in die Autos um zu Hause den Kuchen zu essen.

(Wir hatten im allgemeinen Gewusel um die Abfahrt doch tatsächlich den Kuchen in der Küche stehen lassen. Im Nachhinein dann ganz gut, denn bei 32 Grad wäre die Schokifüllung wohl etwas zerlaufen.)

Puh, der Tag hatte es in sich, war aber ein gelungener Geburtstag. Nur zum Schluss gabe es ein paar Nicklichkeiten bezüglich der Aufteilung der Süßigkeiten aus Pollies Einhorn Pinata (die eigentlich eher wie ein Nashorn in Einhornkostüm aussah). Zahleha und Indira schwebte eine andere Verteilung vor als Pollie. So haben sich die Mädels etwas in die Haare bekommen. Und das alles nur wegen so ein paar doofen Lollies. Aber gut. Da werden die Prioritäten anders gesetzt.

Abends gab es noch auf Pollies Wunsch ihre Lieblingspasta und dann ging es gaaaaaaaanz schnell ins Bett. Und endlich hatte nach diesem Tag die Feierei auch ein Ende.

Und wir mussten mal wieder was? Nein, nicht waschen – packen.

Wir haben vom 3.-6.1.20 eine Unterkunft in Echuca am Murray River an der Grenze von Victoria und New South Wales gebucht. (Seit der Buchung haben wir immer wieder gescheckt ob es Feuer in der Nähe oder auf dem Weg gibt.

Der Tag versprach sehr heiß zu werden. Die Vorhersage war zwischen 40 und 42 für die nächsten 2 Tage und einen „cool change“ danach mit 18 Grad und Regen.

Nachdem wir am nächsten Morgen recht früh die Autos vollgepackt und uns von Shala verabschiedet haben sind wir raus aus der Stadt und rauf aufs Land gefahren. Unterwegs sind wir durch kleine Städtchen und Hügellandschaften gefahren, haben verlassene Weingüter und Olivenfarmen passiert und sind an einem der Silo-Open-Air-Galleries entlanggefahren. Da hat sich ein Künstler überlegt, dass es doch schön wäre, wenn die Silos in der Gegend nicht nur groß und grau wären sondern bunt und kunstvoll bemalt.

So gibt es einen Silo Art Trail an dem lauter tolle Wandgemälde zu sehen sind. Eine sehr gute Idee. Das bringt ja auch etwas mehr Touristen in die sonst recht einsame Gegend.

Wir hatten bei der Buchung wirklich Glück gehabt noch so kurzfristig eine Unterkunft für 7 Personen zu bekommen. Und das sogar mit Whirlpool – hier nennt man es vornehm Spa. Das gute Teil haben die Kinder als allererstes in Beschlag genommen – allerdings nicht warm sondern auf 26 Grad erwärmt. Das war bei der Hitze immer noch eine gute Erfrischung. Sie hielten es dort so lange aus bis Hände und Füße komplett schrumpelig waren. Erst am Abend haben wir uns aus unserem kühlen Bau heraus getraut und sind etwas am Hafen und in der Stadt herumgelaufen. Echuca ist ein nostalgischer Ort mit langer Raddampfer-Geschichte am Murray River gelegen. Man fühlte sich direkt zurück ins Jahr 1880 katapultiert. Die ganzen alten Häuser, der Hafen und vor allem die Raddampfer ließen erahnen, wie es hier mal aussah.

Für den nächsten Morgen haben wir eine Tour auf der Emmilou, einem kleineren Raddampfer gebucht und eine Menge der Geschichte der Dampfschifffahrt auf dem Murray River erfahren. Es gab zum Beispiel Versorgungsboote die den Fluss hoch und runter gefahren sind und die abgelegenen Stations (Farmen) mit Lebensmitteln, mit Saatgut und Post zu versorgen. Auf den Booten sind auch Frisöre und / oder Ärzte, Prediger und Hebammen mitgefahren, die ihre Dienste angeboten haben.

Hauptsächlich diente die Schifffahrt dem Güter und Personentransport.

In Echuca selbst war eine der größeren Werften am Fluss. Dort liegen auch noch einige der alten Käne und werden sukzessive renoviert und restauriert. Auf einigen kann man übernachten oder auch kleinere Flussfahrten mit machen.

Nach dieser Fahrt haben wir noch auf die Schnelle die Op-Shops von Echuca unsicher gemacht. Da für den nächsten Tag ein Temperatursturz von 20 Grad vorausgesagt wurde wollten sich Zaleha und Indira noch mit warmen Klamotten versorgen. Sie hatten nur Sommersachen dabei und wir hatten für Sonntag einen Ausflug nach Swan Hill ins Pioneer Settlement geplant. Einem kleinen Dorf mit lauter kleinen Häusern und Handwerksbetrieben, Kirche, Pub, Laden und Schule. Alles aus der Zeit vor 1900. Sehr interessant für die Kinder, die sich gar nicht satt sehen konnten und alles interessant fanden. Dort haben wir bei Regen und 18 Grad ungefähr 5 Stunden verbracht und sind müde und durchgefroren wieder nach Echuca zum Einpacken gefahren denn unser Kurztrip mit der australischen Padeffke-Familie war auch schon wieder vorbei.

Auf dem Rückweg nach Melbourne regnete es leise und stetig die ganze Fahrt lang. Trotz des Regens war es recht nebelig. Bei Pipi-Stops und Op-Shop-Abstechern haben wir festgestellt dass es  sich nicht um Nebel handelte sondern um Rauch. Der Wind kam von Osten aus den Feuergebieten. Wir hofften, dass auch etwas Regen in diesen Gebieten landete. Wobei wir später erfuhren, dass der Regen, der dort herunterkommt schon in der Luft verdunstet und dass es anständiger, langanhaltender Regenfälle bedarf um dort etwas auszurichten.

In Nunawading angekommen packten wir den Rest unserer Habseligkeiten ein und machten uns auf den Weg nach St. Kilda. Dort hatten wir uns für zwei Nächte in einem Old-Style-Apartment in Strandnähe eingebucht. Zwei Minuten zu Fuß zum Luna-Park, einem alten Amüsierpark mit der ältesten noch funktionierenden Holzbahn und vielen anderen Fahrgeschäften. Der war allerdings wegen schlechten Wetters schon geschlossen als wir auf unserem Erkundungsspaziergang dort vorbeigekommen sind. Auch nicht ganz so schlimm fanden wir Erwachsenen.

Am Dienstag haben wir eine Erkundungstour am Strand von St. Kilda gemacht, haben uns den St. Kilda Pier angeschaut, dort Kormorane beim Fischen beobachtet und: zwei Op-Shops in dem Szeneviertel unsicher gemacht. Fast hätten wir uns ein Surfboard gekauft. Also eigentlich hatten wir es schon gekauft, haben es aber zurückgegeben, da es gar keine Finnen hatte. Wir sind flotte 11 Kilometer gelaufen und es gab von Kinderseite aus kaum Murren und Knurren. Auch mal ganz schön. Es scheinen sich nämlich vorpubertäre Stimmungsschwankungen wie Motz- und Wutanfälle sowie fiese Zickenattacken eingenistet zu haben. Wir arbeiten grade hart daran diese Auswüchse an schlechter Laune wieder loszuwerden. Denn das sind keine netten Reisegefährten. Überhaupt nicht nett. Sehr unsympathisch und nervig. Die waren jetzt lange genug dabei und dürfen sich verabschieden.

Vielleicht liegt es auch daran, dass wir viele Orts- und Wohnungswechsel haben und nirgendwo lange bleiben. Manchmal entwickeln sich Pläne eben anders als man denkt. Da heißt es nur: Go with the flow. Und das versuchen wir dann eben.

Der nächste Stopp für uns ist Adelaide. Dort bleiben wir vom 8.-15.1.20.

Aber das folgt im nächsten Artikel, denn dieser ist schon länger geworden als ursprünglich gedacht.

Liebe Grüße von den Vier sind mal weg.

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