Family Roadtrip

Family Roadtrip

August 21, 2023 1 Von Padeffke

22.6.-2.7.23 Philip Island – Great Ocean Road – Grampians – Phillip Island = 1400 km

Am 22.6.23 sehr spät am Abend sind Doro, Carl und Emil (Christian und Thorstens Schwester mit Söhnen) auf der Insel angekommen. Thorsten hat sie vom Flughafen abgeholt und Chrisian ist noch nachts nach Ventnor gefahren, um sie zu begrüßen.

Ein paar Tage haben die drei gebraucht um sich von der Reise und vom Jetlag zu erholen. Ging aber, wie ich finde, recht flott.

Die Cousinen und Cousins haben sich auf Anhieb super verstanden und haben, dank Doros Mitbringsel des Kartenspiels Skyjo auch sprachübergreifend schnell zueinander gefunden. Wobei Carl (fast 18 Jahre), dank des Konsums englischsprachiger Serien und Filme fließend und akzentfrei englisch spricht. Zaleha und er waren auch wohl wegen des gleichen Alters gleich auf einer Wellenlänge. Das war echt schön zu sehen, dass Familie auch über die großen Entfernung und des sich eigentlich Fremdseins funktioniert.

Unsere Kinder, die Winterferien hatten, haben sich mit Ausschlafen und gelegentlichem Treffen mit dem Rest der Familie vergnügt. Die Nobbies, San Remo inklusive Pelicans, Pyramid Rock, YCW-Beach und natürlich Cowes Downtown waren die Hotspots.

Lisa hat vor ihrer Reise nach Indien noch einen Abstecher auf die Insel gemacht, um Doro, Emil und Carl kennen zu lernen und mit uns allen einen Abend zu verbringen. Wir haben ein klassisches Norddeutsches Wintergericht vorbereitet. Lecker Grünkohl. Leider ohne Pinkel aber trotzdem gut. Neun Bund frischer Grünkohl haben ihren Weg in den Topf gefunden. Dazu gab es Würstchen, Fleisch und, natürlich, Kartoffeln.

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Als gemeinsamen Familien-Trip haben wir vom 29.6.-2.7.23 einen Roadtrip entlang der Great Ocean Road und die Grampians geplant.

Am Donnerstagmorgen haben wir es tatsächlich geschafft einigermaßen pünktlich das Haus zu verlassen. Angesichts der Tatsache, dass wir mit sechs Teenagern mit chronischer Abneigung zum Frühaufstehen am Start waren, sind wir gegen 8 Uhr losgefahren. Kaum saßen wir im Auto und haben die Insel verlassen, wurden wir von wunderbaren Regenbögen begleitet. Das war völlig abgefahren, denn während unserer gesamten Reisezeit von ca. 8 Stunden (mit Zwischenstopps) hatten wir entweder gesamte Regenbögen oder Fragmente davon an unserer Seite. Eine wirklich schöne Reisebegleitung.

Wir sind mit zwei Autos gefahren und waren bis oben hin vollgepackt. In Thorstens E-Auto saßen Thorsten, Doro, Indira, Zaleha und Pollie und bei uns fuhren hinten Carl, Emil und Oskar mit.

Unseren ersten Zwischenstopp haben wir kurz vor Melbourne in Dandenong gemacht, denn Thorsten musste sein Auto aufladen. Wir haben das gleich mit einer Frühstückspause verbunden und sind anschließend gestärkt weitergedüst.

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Nach zwei weiteren Stunden sind wir einmal um Melbourne herumgefahren und haben einen weiteren Stopp zum Laden des E-Autos gemacht. Diesmal in Torquai bei RACV (dem Australischen ADAC) kurz vor dem Beginn der Great Ocean Road. Dort haben wir auch unsere Vorräte für die hungrigen Mäuler aufgestockt.

Christian und ich sind bereits zweimal entlang der Great Ocean Road gefahren und waren damals schon echt geflashed von dieser rauhen, wilden Landschaft. Auch diesmal war die Strecke noch genauso schön, wie wir es in Erinnerung hatten und hat kein bisschen von ihrem Reiz verloren.

Selbst die Kids haben die Aussicht genossen und auf unseren diversen Zwischenstopps der Route entlang die atemberaubende Aussicht bewundert. Bei fast jedem Stopp gab es als Goodie eine Begrüßung durch Regenbögen. Manchmal sogar so nah, dass man das Gefühl hatte, das Ende mit den Fingerspitzen berühren zu können.

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Kurz vor Apollo Bay sind wir abgebogen und Richtung Norden ins Landesinnere gefahren.

Eine kurvenreiche Strecke mitten durch dichten grünen Regenwald, in dem es nebelig und feucht ist. Dem armen Emil ging es während der Fahrt durch die Serpentinen gar nicht gut und wir mussten ein paar Mal anhalten, weil es ihm so plümerant im Magen war.

Schlussendlich haben wir unser Zwischenziel in einer üppigen grünen Vegetation in den Bergen erreicht. Mitten im Regenwald gab es einen Redwood Forest. Irgendwann hat mal jemand die in Kalifornien beheimateten Baumriesen angepflanzt und die restlichen Überbleibsel stehen mitten in der Farnlandschaft. Schon verrückt. Es fühlte sich auf einmal so an, als wenn wir gar nicht mehr in Australien sondern in den beeindruckenden Wäldern der Westküste der USA wären.

Leider war es schon fast dunkel und die Fotos spiegeln die Realität nicht mal ansatzweise wider. Es herrschte dort eine ganz besondere Stimmung zwischen den Giganten. Alle Geräusche waren gedämpft und auch die Schritte wurden geschluckt von dem weichen Untergrund. Es war fast etwas unheimlich so im Dämmerlicht und recht ruhig. Gut, dass wir so viele waren, mir wäre sonst etwas mulmig zumute gewesen, denn außer uns war sonst niemand mehr da. Wenn ich mich so recht erinnere war es so ruhig dann noch nicht ­– dafür haben die Kids mit ihrer überschüssigen Energie durch die vielen Powernaps, die sie im Auto gehalten haben, gesorgt.

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Anschliessend sind wir auf direktem Weg zu unserer Unterkunft in Terang gefahren. Ein kleines Häuschen mit vier Schlafzimmern und 10 Betten. Leider war es recht frisch dort und die Kamine waren nicht zu benutzen. Wir haben versucht die Bude mit den zwei Heizungen warm zu bekommen und haben uns einfach hauptsächlich im Wohnbereich aufgehalten. Dort hat Thorsten nachts sein Schlaflager aufgeschlagen. (War auch mit Abstand der wärmste Raum im Haus.)

Thorsten ist noch mal fix nach Camperdown gefahren um für den nächsten Tag einzukaufen und sein Auto etwas aufzuladen, damit wir am nächsten Tag wieder Strecke machen konnten.

Da in Terang schon fast alle Läden geschlossen und die Bürgersteige hochgeklapp waren, sind Doro und Christian zum einzigen Take-away des Ortes gefahren und haben noch kurz vor Ladenschluss (um 20:00) Pizza geholt. Damit waren alle glücklich und es gab für Doro auch eine mit glutenfreiem Teig. Das ist hier Gang und Gäbe, selbst in kleinsten Provinzdörfern.

Die Kinder waren noch lange wach und es fühlte sich auf dem Flur etwas nach Schullandheim an, mit Gekichere und Fußgetrappel auf dem Flur. Ein Heidenspaß, den die Teeniekinder hatten.

Nach einer recht kurzen Nacht haben wir die Kids nur schwer aus dem Bett bekommen in dem wir sie schlussendlich mit ohrenbetäubenden Klängen aus der Boombox von AC/DC aus dem Bett geworfen. Nach einem schnellen Frühstück haben wir uns in die City von Terang gewagt. Etwas durch die Einkaufstraße in Op-Shops stöbern und dann weiter nach Camperdown um dort das Auto noch mal etwas länger zu laden und weiter zu stöbern.

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Nach unseren ganzen Stopps fuhren wir wieder gen Süden zur Great Ocean Road. Dort hatten wir wirklich Glück mit dem Wetter und wir konnten die Loch Ard Gorge recht trocken erkunden. Ein wirklich schönes Fleckchen Erde. Rauh, ursprünglich und unwirklich. So wie fast die ganze Südküste entlang der Australischen Bucht. Eine Seepassage im Südpolarmeer war und ist immer noch ein windiges und unruhiges Unterfangen, da der Seegang zu jeder Jahreszeit recht ungemütlich ist. Aber vor allem die Herbst-Winter Stürme sollen es in sich haben. Diverse Schiffswracke können ein Lied davon singen.

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Nach einer ausgiebigen Erkundungstour fuhren wir weiter zum Publikumsmagneten und Hotspot der Great Ocean Road – den Twelve Apostels. Eine imposante Kalksandsteinformation von der schon lange nicht mehr alle Felsen aus dem Meer ragen.

Die Twelve Apostles trugen bis 1922 den Namen ‚The Sow & Piglets‘ (‚Die Sau & Ferkel‘). Da sich jedoch so viele Menschen für die Felsformation interessierten und immer mehr Touristen die ‚Schweinefelsen‘ sehen wollten, benannte man die Kalksäulen aus ästhetischen Gründen in The Twelve Apostles um. Eigentlich bestanden die 12 Apostel ursprünglich aus neu Kalksäulen. Da 2005 jedoch eine 50 Meter hohe Säule endgültig in sich zusammenbrach, sind heute folglich nur noch acht von ihnen übrig.

Man sagt den 12 Aposteln nach, dass sie direkt nach dem Ayers Rock die am zweithäufigsten fotografierte Touristenattraktion in Australien sind. Schätzungen zufolge schauen sich jährlich circa zwei Millionen Besucher die Twelve Apostles in Victoria an. (Ich bin mir nicht sicher, ob das so verlässliche Angaben sind, denn ich persönlich glaube ja, dass die Sydney Harbour Bridge und das Great Barrier Reef mindestens genauso viele wenn nicht noch mehr Besucher haben.)

Aber egal. Wir haben uns mutig in die Menschenmengen gestürzt. Man sollte ja meinen, dass die Besucherströme im Australischen Winter mal abbrechen und oder etwas versiegen. Nix da. Es waren einige Busladungen mit Selfistick ausgerüsteten hochmotivierten Touristen am Aussichtspunkt unterwegs. Da wurde schon etwas um den besten Blick für das perfekte Foto mit den Felsen im Hintergrund gebattled. Im Sommer möchte ich hier nicht gerne unterwegs sein. Kann mich auch gar nicht erinnern, dass es hier vor 16 Jahren schon so voll war. (Wahnsinn, ist dass echt schon so lange her?)

Auf alle Fälle immer wieder schön, trotz Menschenmengen. Und immer einen Besuch wert.

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Nachdem auch dieser Tag sich langsam dem Ende zuneigte, haben wir uns auf den Weg nach Hause gemacht, noch etwas fürs BBQ eingekauft und den Grill angeheizt.

Christian und Thorsten haben das Grillen in der Kälte übernommen und sich etwas mit Wein von Innen gewärmt. Die Kids haben wieder gespielt und Doro und ich haben uns um die Beilagen gekümmert. Dann war der Tag auch schon wieder vorbei und wir haben es tatsächlich etwas früher ins Bett geschafft, als die Nacht davor.

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Am Samstag stand ein Besuch in den Grampians – (aboriginal Gariwerd) auf dem Plan. Eine wild zerklüftete Berglandschaft mit Jahrtausende alten Felsmalereien der Aborigines, Wanderwegen ohne Ende, kleinen Städtchen und diversen Wasserfälle. Der Name Grampians wurde 1836 von Sir Thomas Mitchell ausgewählt, da ihn das Gebirge an die schottischen Grampian Mountains erinnerte. Der 167.000 Hektar große Nationalpark wird auch als Victorias ökologisches Schatzkästchen bezeichnet.

Da wir nur einen Tag hatten um einen kleinen Teil des Schätzchens zu erkundigen sind wir wieder früh los, denn wir hatten ja noch locker eine zweistündige Autofahrt vor uns.

Die haben wir nach ca. einer Stunde in Dunkeld im Süden der Grampians für eine Tank und Kaffeepause unterbrochen. Dunkeld besteht, wie so viele kleine Australische Städtchen aus einer Hauptstraße mit ein paar Geschäften und einem Pub und Café, sowie einem kleinen Memorial Park mit öffentlichen Toiletten und Spielplatz.

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Spielplätze stehen ja leider nicht mehr hoch im Kurs und so haben wir uns mit Kaffee und heißer Schokolade am Kamin des hiesigen Cafés aufgewärmt und sind etwas ins Gespräche mit der Bedienung gekommen. Eine Deutsche, die sich hier das Geld für das nächste Ticket nach Asien verdiente.

Der nächste Halt war beim Brambuk – dem Cultural Centre der Aboriginals in Halls Gap. Dort sollte es jede Menge Infos zum Nationalpark und der Kultur geben. Leider war dort nur der Shop geöffnet und das Center war wegen Renovierung geschlossen. So blieb uns nur ein kleiner Rundgang und eine Toilettenpause. Schade, das wäre bestimmt interessant gewesen.

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Weiter ging es nach Halls Gap City, der ‚Metropole‘ in den Grampians. Wieder eine Hauptstraße mit jeder Menge Unterkünften, Restaurants und Cafes sowie einigen Shops und Souvenirläden.

Wir haben uns für einen Spaziergang durch den beschaulichen und übersichtlichen Botanischen Garten entlang des Stoney Creek zur den Clematis Falls entschieden.

Mehr Wandern war nicht drin mit den fußmüden Kindern. Aber immerhin etwas. Die versteckten Clematis Falls erreichten wir nach einem knapp halbstündigen Hike über Stock und Stein und waren tatsächlich die einzigen vor Ort.

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Nach diesem Stopp gingen wir wieder zurück zu den Autos, um weiter zum Boroka Lookout zu fahren. Von dort aus hat man bei klarem Wetter einen fantastischen Ausblick über eine Hochebene mit Lake Fyans.

Wir sind bei Sprühregen mit viel Nebel angekommen und haben erstmal gar nicht viel gesehen. Dann kam tatsächlich langsam die Sonne heraus und wir durften wieder Regenbögen begrüßen. Dann gaben die Regenwolken den Blick über die Ebene frei und wir wollten gar nicht wieder weg, so schön war es.

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Leider sind die Tage hier noch recht kurz und wir wollten unbedingt noch zu Bunyils Shelter, einer uralten Aboriginal Malerei und einer urtümlichen Steinformation. So haben wir uns losgerissen und sind westwärts gefahren.

Dort hat auf uns im Black Range Scenic Reserve totale Einsamkeit erwartet. Wir waren die einzigen Besucher bei strahlendem Sonnenschein im ganzen Areal und konnte in Ruhe durchs Gelände streifen und die ballartigen Felsen bewundern und erklimmen.

Die Zeichnung war gut geschützt vor dem Wetter unter einem Felsvorsprung und noch besser geschützt vor der Zerstörung von Menschenhand.

Es herrschte dort eine ganz besondere kraftvolle Energie. Kein Wunder dass das ein heiliger Ort für die Ureinwohner ist. Es fühlte sich magisch an und irgendwie nicht von dieser Welt. Es hätte mich nicht gewundert, wenn Fabelwesen aus einer anderen Zeit hinter den Steinen hervorgelugt hätten. Ein wahrer Kraftort. Wenn die Felsen sprechen könnten, hätten sie wohl jede Menge zu erzählen. Die Sonne ließ die Felsen in goldenem Licht leuchten und die Stimmung und das ganze Ambiente war einfach überirdisch.

Nur sehr schwer konnten wir uns alle loseisen. Da wir aber noch eine zweistündige Autofahrt vor uns hatten, machten wir uns auf den Rückweg.

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Abends hat es noch für Resteessen gereicht und wir sind alle recht schnell in den Betten verschwunden, da wir am nächsten Tag um 10 Uhr die Unterkunft räumen mussten. Spaß hatten die Kids auf alle Fälle – auch beim Abwaschen.

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Am Sonntag haben wir uns auf dem Rückweg zur Insel gemacht, wo wir nach kurzen Tank- und Ladestopps gegen 16 Uhr wieder angekommen sind.