Family business

Family business

Februar 1, 2023 0 Von Padeffke

Adelaide 4.-11.1.2023

Packen, packen und noch mal packen. Diesmal reisen wir aber nur mit kleinem Gepäck. Vor uns liegt eine Woche in Adelaide in Südaustralien, schlappe 1100 km von uns entfernt. Dort besuchen wir meinen Vater, der mittlerweile seit drei Jahren in einem Pflegeheim in Hope Valley lebt.

Da unser Flug erst am frühen Abend gehen sollte, sind Christian, Oskar, Thorsten und Lisa zum Bagger Creek, einem kleinen Regionalpark mitten im Regenwald gefahren. Ich habe die relative Ruhe genossen und entspannt unsere Reisetasche gepackt und unser Hab und Gut sortiert.

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Wir waren super pünktlich am Flughafen und haben unser Auto (Wir haben jetzt den Toyota Kluger von Thorsten dauerhaft zur Verfügung) am Longterm-Parkplatz am Flughafen geparkt und den Shuttlebus zum Terminal genommen. Unser Flug sollte von Melbourne um 18:30 Uhr abfliegen.
Irgendwie gab es da aber Verzögerungen und die Maschine flog erst zwei Stunden später los.

Etwas müde, aber guter Dinge sind wir in Adelaide gelandet, haben unser Mietauto in Empfang genommen und einen geöffneten Supermarkt gesucht. Anders als hier bei uns in der Region haben die Supermärkte nur bis 20 oder 21 Uhr geöffnet und so waren wir froh noch einen ‚Späti‘ zu finden, bei dem wir das Nötigste für einen kleinen Abendsnack und für das Frühstück einkaufen konnten.

Unsere Fahrt durch das nächtliche Adelaide zu unserer Unterkunft verlief ruhig und man hat das Gefühl, dass in dieser doch recht großen Stadt mit 1,7 Mio Einwohnern, nachts die Bürgersteige hochgeklappt werden. Es waren um 21:30 Uhr kaum Autos und so gut wie keine Menschen auf den Straßen zu sehen.

Unser Apartment lag in Salisbury, einem Vorort nördlich dem Stadtzentrum in Richtung Adelaide Hills und nur 20 Minuten von Hope Valley entfernt. Aufgrund der Ferienzeit haben wir etwas länger nach einer freien und bezahlbaren Wohnung gesucht und schließlich diese gefunden. Sie wurde als eines der günstigsten Airbnbs Adelaides angepriesen, sah ganz nett aus und heißt Gingerbread House. Die Bewertungen waren gut und alles in allem sehr vielversprechend.

Bei unserer Ankunft war es mittlerweile schon dunkel und das war auch gut so, denn die Anlage sah im Tageslicht noch viel heruntergekommener aus als nachts. Nun gut. Nachdem wir in der unbeleuchtete Wohnanlage unsere Wohnung gefunden haben, war erst mal alles ganz ok. Es roch etwas muffig, aber das konnten wir durch Lüften ja beheben. Die Wohnung machte auf den ersten Blick einen ganz guten Eindruck. Bei dem hätten wir es auch belassen sollen, denn nach und nach stellte sich heraus, dass das Gingerbread House eine totale Bruchbude war. Vorne hui – hinten pfui. Es ging mit Kleinigkeiten, die uns auffielen los und endeten dann in einer totalen Aversion gegen diese Unterkunft.

Auf unseren Reisen haben wir ja schon einige Herbergen gesehen und auch wenn die Einrichtung nicht immer so dolle war, so waren sie fast alle sauber.

Die erste Nacht ist ja meist die unruhigste – jedenfalls bei uns. Neue Umgebung, neue Betten, neue Geräusche. Da ist der Schlaf oft nicht ganz so fest und ruhig. Leider waren die Matratzen der Kinder auch schon etwas durchlegen und die Sprungfedern drückten in den Rücken, so dass wir Pollies Bett notdürftig mit der einzig verfügbaren Extradecke gepolstert haben.

Am nächsten Morgen morgen haben wir uns auf den Weg zu meinem Papa ins Pflegeheim gemacht. Bevor wir zu ihm durften mussten wir noch einen Schnelltest machen und Masken aufsetzen. Dann war es endlich soweit und wir sind zu seinem Zimmer. Die Freude war groß uns nach so langer Zeit wieder zu sehen. Wir haben Weihnachten etwas nachgeholt und Geschenke ausgetauscht. Danach sind wir alle in unser Auto gestiegen um Mittag zu essen.
Bei der Buchung unseres Mietwagens hatten wir an eines natürlich nicht so ganz gedacht: an den Rollator meines Vaters und daran, dass es für ihn recht schwierig wird sich mit seiner Körpergröße in das recht tiefgelegte Hybrid-Auto zu setzen.

Etwas Puzzlearbeit hat es gebraucht bis Christian den Rollator auseinandergeschraubt, im Kofferraum verstauen konnte und mein Dad sich in das Auto gefaltet hat. Nach kurzer Recherche auf einer recht bekannten Suchmaschine haben wir ganz in der Nähe ein Thai-Restaurant gefunden, zwar in einer Mall, aber keine Kette und daher recht individuell und sehr vielfältig in der Auswahl – und wie sich herausstellte auch sehr lecker und reichhaltig.

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Kurz nach dem Essen war mein Dad schon recht erschöpft, so haben wir noch einen Kaffee bei ihm getrunken, sind zurück in unsere Bude gefahren und haben Sieben grade sein lassen.

Da es im Pflegeheim immer pünktlich um 17 Uhr Abendbrot gibt und mein Dad bis dahin spätestens wieder zurück sein wollte, haben wir die Tage und unsere Aktivitäten immer ein wenig um ihn herumgebastelt, so dass wir ihn entweder morgens oder zum Afternoon-Tea besucht, bzw. abgeholt haben.

Die Zeit dazwischen haben wir bei wirklich warmen Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad an diversen Stränden oder beim Erkunden der OP-Shops von Salisbury verbracht.

Wir sind auf Empfehlung von Jo, der Freundin von Darren, die wir Sylvester kennengelernt haben, am Samstag nach Aldinga Beach, ca. 1 Stunde südöstlich von Adelaide gefahren. Dort kann man direkt mit dem Auto an den Strand fahren. Total verrückt. Vor allem weil dort unglaublich viele Leute waren die mit ihren Booten, Jetskis, Kayaks und SUPs unterwegs waren. Und vor allem verrückt weil wir mit unserem kleinen Mietwagen zwischen all den großen 4WDs mit Anhängern und Zelten mit allem drum und dran standen und Schatten im Kofferraum gesucht haben.
Was soll ich sagen: Es war ein Traum. Ein schöner Strand und trotz der vielen Leute gar nicht wirklich so voll. Das Wasser war wunderbar klar und kühl und wir wollten gar nicht wieder aus den Wasser kommen. Ein großartiger Tipp und unbedingt empfehlenswert.

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Einen weiteren halben Tag haben wir am Semaphore Beach verbracht. Dort haben wir erst im Schatten eines Watchtowers der Lifeguards auf den Dünen gelegen, bis uns der Wind mit dem feinen Sand paniert und runter an den Strand getrieben hat. Auch hier war es recht leer und das Wasser war wieder wunderbar erfrischend. Der Hunger trieb uns zurück in den Ort und an einen Griechischen Imbiss, an dem wir gefühlt die schlechtesten Pommes und einen noch schlechteren Saganaki bekommen haben. Allerdings war der Bauernsalat sehr gut. Ist ja auch etwas wert und auch viel gesünder.

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An unserem vorletzten Tag haben wir für meinen Dad gekocht. Sein großer Wunsch war es eine leckere selbstgemachte vegetarische Spaghetti Bolognese zu essen. Den Wunsch wollten wir ihn gerne erfüllen und so haben wir am Montag morgen die Bolognese angesetzt und schon mal etwas köcheln lassen. Danach sind wir nach Glenelg gefahren, einer unserer Lieblingsstrände in Adelaide, recht bekannter und zentral gelegen. Früher hat mein Dad hier in der Nähe gewohnt und viel Zeit verbracht. Als ich ihn das erste Mal vor fast 16 Jahren getroffen habe, waren wir hier zusammen essen und er hat uns etwas herumgeführt. Seitdem verschlägt es uns jedes Mal, wenn wir in Adelaide sind hierher. Und natürlich weil es hier so schön ist.

Kurz hinter der Promenade steht ein alter Straßenbahnwagon, der mittlerweile als Café umgewandelt wurde. Die Bahn ist ein Stück meiner australischen Familiengeschichte. Sie wurde von der Firma Pengally in Adelaide gebaut, die von meinen Urgroßvater und meinem Großvater väterlicherseits geführt wurde. Als wir das erste Mal hier waren, fuhr diese alte Straßenbahn noch in Adelaide herum. Es war ganz schön dort mit unseren Kindern hinzufahren und ihnen die Geschichte zu erzählen.

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Am späten Nachmittag hat Christian dann meinen Dad aus Hope Valley abgeholt und zu uns ins Apartment gebracht. Glücklicherweise hat mein Dad immer seinen Rollator dabei, der ihm auch als Sitz dient, denn bei uns gab es nur vier Stühle. Anschließend haben wir ihm eine Doggybag fertiggemacht, damit er auch noch in den nächsten Tagen sein Lieblingsgericht essen kann.

Am nächsten Tag, dem Dienstag, hieß es dann Abschied nehmen. Morgens sind wir noch zusammen Frühstücken gegangen, haben ein Familienfoto gemacht und uns dann schweren Herzens verabschiedet.

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Unser Flug sollte zwar erst um 18:30 Uhr zurück nach Melbourne gehen aber wir hatten recht spontan noch eine Kayaktour im Dolphin Sanctuary von 13 – 15 Uhr gebucht. Vor allem Pollie und ich waren aufgeregt, da wir doch sooooooo gerne Delphine sehen wollten.

Nach einer ordentlichen Schicht Sonnencreme, bewaffnet mit Caps und Sonnenbrillen haben wir nach kurzer Einweisung der Guides die Kayaks bestiegen und sind losgepaddelt. Hinein in Creeks voller Mangroven und nach fauligem Wasser riechend, wieder hinaus und wieder hinein in den nächsten. Dann noch etwas auf dem Hauptarm und treiben lassen. Es war wirklich sehr schön, das einzige was gefehlt hat waren die Delfine. Pollie und ich waren nach knapp zwei Stunden auf dem Wasser schon recht kaputt und sind zurück zur Basis gepaddelt, während Oskar und Christian nach Anraten eines Guides noch weiter gepaddelt sind, da in Richtung der Schiffswracks Delfine gesichtet worden sind. Die beiden haben richtig gas gegeben, allerdings die Finnen der Delfine nur von weitem sehen können, da die Tiere einfach zu schnell waren.

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Kaputt und auch ohne Delfine glücklich zurück am Auto angelangt, habe ich mein Telefon wieder angestellt und eine Nachricht erhalten, dass unser Flug gestrichen wurde. Nach etwas Recherche stellten wir fest, dass es auch wohl einen Ersatzflug an den Abend geben würde.
Doof, denn wir waren in Melbourne mit Thorsten verabredet, der aus Sidney mit uns zeitgleich in Melbourne landen und mit zusammen nach Healesville fahren wollte.


Es war wie es war. Thorsten ist eine weitere Nacht bei Lisa in Sidney geblieben und wir haben uns zum Flughafen begeben, wo wir unser Leihauto abgeben mussten.
Am Schalter von Jetstar hat uns die nette Dame erstmal einen Verzehrgutschein in die Hand gedrückt, damit wir uns einen Kaffee und Muffins holen konnten während sie für uns ein Hotel für die Nacht organisierte. Es waren alle nachfolgenden Flüge an diesem restlos ausgebucht. Wir fanden das alles gar nicht wirklich tragisch, denn wir hatten ja keine Termine am nächsten Tag oder irgendwelche Anschlussflüge.


So sind wir mit dem Taxi zu unserem Hotel gefahren und haben nicht schlecht gestaunt, denn die Airline hat uns in ein recht komfortables 4 Sterne Hotel eingebucht, mit Pool und allem Pipapo.
Vor allem die Kids waren völlig aus dem Häuschen und konnten ihr Glück gar nicht fassen. Ein eigenes Zimmer mit großem Bett und eigenem Badezimmer. Für die beiden purer Luxus.
Wir waren uns jedenfalls alle einig, dass das die Entschädigung und Wiedergutmachung für die Gruselwohnung der letzten sechs Tage war. Das I-Tüpfelchen war der Verzehrgutschein fürs Hotel, den wir zusammen abends an der Polbar und am nächsten Morgen fürs Frühstück auf Zimmer ausgegeben haben.

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Der Checkout um 11 Uhr war entspannt und ein Taxi brachte uns zum Flughafen wo wir um 13.30 Uhr pünktlich in den Flieger gestiegen sind. Noch besser war es, dass Thorsten zeitgleich mit uns gelandet ist und wir uns im Zubringerbus zum Langzeit-Parkplatz getroffen haben und zusammen zurück nach Healesville gefahren sind.

Zurück in Healesville standen bereits vor dem einen oder anderem Haus diverse Möbel und Kleinkram. Thorsten erklärte, dass die Anwohner in Healesville jedes Jahr im Januar zwei Wochen lang ihren Sperrmüll vor die Haustür stellen können, der dann kostenlos von der Gemeinde entsorgt wird. Erfahrungsgemäß wird dann alles rausgeschmissen, was Weihnachten durch etwas Neues ersetzt wurde. Wir staunten nicht schlecht, was alles für die Leute Sperrmüll ist.
Aber mehr dazu im nächsten Bericht.