Daily Business.

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April 27, 2023 0 Von Padeffke

15.3. -1.4.2023

Nachdem Oskar seinen Geburtstag und eine fette Erkältung hinter sich gebracht hatte, hat es Pollie erwischt und sie lag den Rest der Woche ganz schln angeschlagen im Bett. Schade, denn der Sommer hatte sich noch mal so richtig zurückgemeldet und die Sonne strahlte nur so vor sich hin.

Das merkten wir auch beim Arbeiten im OP-Shop (wegen der Rückfragen: das ist die Abkürzung für Opportunity und nicht für Operation und wird Opshop gesprochen), denn wie so viele Gebäude hier in Australien ist der Laden so gut wie gar nicht gedämmt und wenn die Sonne aufs Dach scheint, dann wird es im Laden sehr schnell sehr warm.

So wie in unserem Häuschen in der Teddy Bear Lane. Ist es hier warm, werden wir drinnen gegrillt, fallen die Temperaturen, dann ist es hier drinnen richtig kalt. Und wir reden nicht von 17 oder 18 Grad Innentemperatur. Wir hatten neulich morgens um 7 Uhr 12 Grad Außentemperatur und 14 Grad im Haus. Unglaublich, wie soll das denn bloß im Winter hier werden? In den beiden großen Räumen hängen lediglich Split-Klimaanlagen (mit Wärmepumpentechnik), die müssen wir dann wohl doch häufiger anmachen oder uns noch mal Standgeräte für die Schlafzimmer organisieren.

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Da wir da noch gar nicht drüber nachdenken wollen, reden wir darüber, wenn es soweit ist und wir uns Skiunterwäsche und Wollpyjamas besorgt haben.

A propos Op-Shop – ich darf da dekotechnisch mittlerweile schalten und walten wie ich möchte und darf mich mit dem, was dort gespendet wird, dekotechnisch austoben. Manchmal kann ich da so richtig aus dem Vollen schöpfen und manchmal ist der Fundus eher mau und dementsprechend sparsam fällt die Deko aus. Macht trotzdem immer Spaß, da Improvisation zum Dauerzustand gehört. Manchmal ist es auch etwas frustrierend, denn kaum ist etwas fertig dekoriert und hübsch gemacht, zuppelt sich jemand etwas heraus und kauft es. Gut für den Shop – Sisyphusarbeit für mich, denn ich muss eigentlich immer wieder von vorne anfangen. Same, same but different, da sich fast nie zwei gleich Teile im Shop befinden und ich das verkaufte Teil durch etwas anderes passendes ersetzen muss. Und wenn man einmal von vorne bis nach hinten durch die ganzen Kleiderstangen durchsortiert hat, kann man auch wieder von vorne anfangen, weil die meisten Kunden, den Kram einfach wieder irgendwo zwischen hängen. Meine Kollegin Natalie fand meinen Vergleich mit Don Quichot und dem Kampf gegen die Windmühlen ganz passend.

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Was mich allerdings etwas fassungslos macht ist die Erkenntnis, dass unglaublich viele Dinge Beine bekommen und einfach so aus dem Laden spazieren. Die Diebstahlquote ist immens hoch und als meine Kolleginnen davon berichteten konnte ich das gar nicht glauben. Die Preise sind doch so niedrig und die Einnahmen kommen einem guten Zweck zugute, wie kann es denn bloß sein, dass so viele Leute klauen? Na gut, die Preissteigerungen haben auch in Australien keinen Halt gemacht und die Lebenshaltungskosten sind auch hier gestiegen. 

Sogar so gestiegen, dass das BCC (Bass Coast College) Lebensmittelpakete mit haltbaren Lebensmitteln für Familien mit finanziellen Schwierigkeiten bereitstellt, damit über die Ferien genug zu Essen für die Kinder im Haus ist. Dazu gab es eine Ankündigung der Schule mit einer sehr netten und wohlformulierten Email. Das hat mich sehr beeindruckt und auch berührt, denn so etwas habe ich bisher in Deutschland noch so nicht erlebt.

In der Woche sind auch die Klassenfotos von Oskar ausgeliefert worden, die ich nicht vorenthalten möchte.

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Am 15.3. kam das erste Care-Paket für uns vom meiner Mama an. Es war pickepackevoll mit Kaufmanns Haut- und Kindercreme. Pollie verbraucht das Zeug in rauhen Mengen und da sich auch unserer Jahresvorrat der Creme im verschollenen Koffer befand, war das die Rettung für Pollie, die nichts anderes an ihre Haut lässt.

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Die Freude war dementsprechend groß. Einen bitteren Beigeschmack hat das kleine Paket leider. Die Postbeamten haben meiner Mama erzählt, dass es durch Corona nur eine Möglichkeit der Warensendung gibt: Express mit Luftfracht für 69 Euro. Als ich das gehört habe, blieb mir echt die Spucke weg und ich bin etwas aufgebracht gewesen. Wegelagerei nannte man so etwas mal. Der Versand von Päckchen bis zu 2 kg mit Waren kann man online nämlich versichert für 21 Euro verschicken. Das ist dann eine Kombi zwischen Luft und Seefracht, dauert warscheinlich aber auch nicht viel länger. (Den Test hat meine liebe Freundin Imke gleich mal gemacht und mir ein paar Dinge geschickt, die uns ausgegangen sind und Dinge, die wir hier einfach nicht in der Form bekommen, die wir wollten.)

Am Freitag, den 17.3. hat Christian Indira aus Melbourne abgeholt, da Thorsten nach Sidney zu Lisa geflogen ist. Eigentlich sollte Zaleha auch mitkommen, die wollte aber lieber in Melbounre bei Freundinnen das Wochenende verbringen als mit der Family auf der Insel. Verständlich mit fast 17 Jahren. So haben wir das Wochenende mit Indi und Dusky verbracht. Am Samstag wollten wir einen schönen Spaziergang zu den Pinnacles machen. Das ist eine Felsformation am Cape Woolamai. Gut gelaunt sind wir zum Woolamai Beach gefahren, von wo aus die Route am Strand entlang führt. Dumm nur, dass das alles Naturschutzgebiet ist, wo keine Hunde mitkommen dürfen. Und da wir Dusky dabei hatten, konnten wir unverrichteter Dinge wieder ins Auto steigen.

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Als Entschädigung sind wir zum Eisessen und Spazierengehen nach Sam Remo gefahren. Dort haben wir wagemutige Leute beaobachtet die sich vom Pier ins Waser gestürzt haben. Die Temperaturen haben auch wirklich dazu eingeladen. Es war sonnig und schön warm.

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Den Sontag haben wir mit Hausarbeit, Brotbacken und Aufräumen verbracht und am Abend hatte ich ein Online-Seminar für „Medical-Yoga“. Das hatte ich bei einem Gewinnspiel ergattern können und freute mich schon sehr darauf. Nicht bedacht hatte ich den Zeitunterschied von 10 Stunden. Anstatt 10 Uhr in Deutschland, machte ich es mir mit Tee, Wolldecke und Yogamatte um 20 Uhr vor dem Bildschirm gemütlich. Durchgehalten habe ich dann bis 2:30 Uhr und habe das Seminar etwas früher abgebrochen. War auch ok.

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Die Woche über war wieder Bombenwetter, so dass ich Montag morgen gleich zum Strand geradelt bin um Schwimmen zu gehen. Der Rest der Woche verlief ohne besondere Vorkommnisse: Salvos, Surfen und wieder Salvos. Christian und Thorsten haben eine begehbare Behausung für den Feigen- und den Limettenbaum gebaut, da sich die Possums an den Früchten gütlich getan haben. Hat sich definitiv gelohnt denn es gab eine reiche Ernte.

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Zwischendurch bin ich noch mal Einkaufen und zur Post um Pakete abzuholen. Das Schöne am Landleben ist, dass man hier die Pakete direkt beim Postschalter abholt. Als ich beim Schalter für Pakete und Post für Padeffke nachfragte, meinte der nette Postie nur: „Oh, da sind ein paar Pakete mehr da. Am besten fährst du hinten auf den Hof und ich helfe dir einladen, die scheinen schwer zu sein.“ Ich dachte erst, ich hätte das nicht richtig verstanden, aber erinnerte mich daran, dass Christian das auch schon erzählte, dass die hier einfach so nett sind. Es waren jede Menge Pakete da, allerdings waren die meisten für Thorsten und nur eins für uns – aber das war umso schöner, denn es war das von Imke, dass auch nur knapp vier Wochen zu uns brauchte.

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Noch etwas, dass hier anders ist, dass egal wer von uns Post abholen will, also Thorsten, Christian oder ich, alle bekommen die gesamet Post von Padeffke in die Hand gedrückt – auch wenn die Adressen unterschiedlich sind. Alles etwas unkomplizierter und weniger bürokratisch, denn Ausweise oder Papiere mussten wir hier noch nicht vorzeigen. Dorf eben.

Das Wochenden haben wir zu viert verbracht, da Darren mit seinen Kids zu Besuch kam und die Chemie in der Kombi mit Pollie, Ella und Indi leider gar nicht stimmte. Das Wochenende haben wir mit Eisessen und dem freitäglichen Filmabend mit Pizza eingeläutet. Am Samstag waren wir das erste Mal seitdem wir hier sind Frühstücken. Das Lokal der Wahl fiel auf das ‚Penny Lane Island Cafe‘, ein netter Laden im Herzen von Cowes, mit aufmerksamen Service und leckerem Essen.

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Den Sonntag sind wir zum Summerchill nach Churchill Island gefahren, wo es Live-Musik und Snacks gab. Dort sind wir etwas spazieren gegangen und haben dann bei einem Heißgetränk den ganzen Kids beim Herumtoben zugeschaut, so richtig Oldschool ohne Handys und ohne viel Kram. Allein das Zuschauen hat viel Spaß gemacht. Lustig wurde es dann als ein Ball im Baum landete und ein engagierter Vater mit anderen Bällen, Spielgeräten und Trinkflaschen versuchte den Ball wieder herunter zu bekommen. Seine Frau schaltete sich ganz energisch ein und half mit, als auch diese Dinge vom Baum verschluckt wurden. Besser als Fernsehen. Hilfe kam von einem engagierten Jungen, der flink wie ein kliner Affe den Baum hochkletterte und mit einer weiteren Trinkflasche den Rest aus dem Baum schoß. Grade rechtzeitig bevor er von einer Parkangestellten aus dem Baum gescheucht wurde. Das ist anscheinend verboten, da zu gefährlich.

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Die letzte Sufstunde stand auch an und ich habe mich mehr schlecht als recht auf dem Board gehalten. Da ich aber trotzdem einfach viel Spaß dabei habe, bin ich beim nächsten Kurs im Mai, also im Herbst, wieder dabei.

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Da Thorsten am Montag für eine Woche nach Bali geflogen ist, waren wir ein paar mal bei Heide und haben auch mit ihr wieder den freitäglichen Filmeabend gemacht. Natürlich auch mit Pizza. Die Filmauswahl fiel auf den letzten letzten Teil der „Piraten der Karibik“-Reihe angeschaut.

Am Samstag sind wir nochmal zum Farmers Market nach Churchill Island gedüst. Heide wollte gerne beim Museumsshop nach Mitbringseln schauen. Leider wurden sämtliche Shops umgestaltet und mit neuen Sachen bestückt, so dass Heide auch bei den anderen Shops beim Koala Center und bei den Nobbies nicht fündig wurde. Da wir schon mal da waren haben Heide und ich eine Runde an den Nobbies gedreht. Die anderen haben beim Parkplatz auf uns gewartet, da es ihnen zu kalt und windig war.

Im Anschluss sind Pollie und ich nach Wonthaggie gefahren, um für sie nach Jeans, Pullies und Shirts zu schauen, da sie aus ihren warmen Sachen herausgewachsen ist und der Herbst sich in Siebenmeilenstiefeln nähert.

Den Sonntag haben wir mit Kaffeetrinken bei Heide und einem Strandspaziergang verbracht.