Alles neu macht der Mai.
Waiwera 28.4.- 9.5.2020
Wir lernen viel. Jeden Tag. Vor allem über das Wetter und das Klima in Neuseelands Norden. Von unseren Nachbarn Ann und Logan haben wir erfahren, dass es hier in dieser Gegend nicht schneit und es keinen Frost gibt, da hier subtropisches Klima herrscht. Ja klar, denkt man da erst einmal – subtropisches Klima in Neuseeland wo es Gletscher und die Alpen gibt. Aaaaber – es stimmt. Und das Klima herrscht nicht nur im hohen Norden der Nordinsel sondern auch schon in Höhe der Auckland-Region in der wir uns befinden. Hier wachsen Olivenbäume, Zitronen, Limetten, Bananen und Mandarinen. Trotzdem hier Herbst herrscht und der Mai das Äquivalent von unserem November ist, haben wir nach wie vor Tagestemperaturen zwischen 16-21 Grad. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei satten 70-90% und durch die meist üppige grüne Vegetation mit Palmen und Farnen kommt gelegentlich etwas Bali-Feeling auf. Aber nur gelegentlich.
Dass der Herbst Einzug gehalten hat macht sich dann aber an den sich verfärbenden und fast kahlen Laubbäumen und den nächtlichen Temperaturen (um die 10-14 Grad) bemerkbar. Das Laub färbt sich partiell gelb und rot und sieht ganz wunderbar aus. Der Herbst ist ja seit 18 Monaten völlig an uns vorbei gegangen. So können wir das hier ein bisschen genießen.
Nach kräftigen sintflutartigen Regenfällen und einem kurzfristigen Kälteeinbruch (es wurde nachts bis 9 Grade kalt und tagsüber nur noch 14 Grad – ja ich weiß, wir sind verwöhnt) der den zwei Regentagen folgte riecht es jetzt auch nach Herbst. Dieser ganz feine kalte klare Herbstgeruch, der Oskar so an zu Hause erinnerte.
Das hat sich aber auch wieder gelegt und die Temperaturen pendeln sich grade wieder bei 18 Grad tagsüber und 14 Grad nachts ein.
Die Kinder haben im Wendeholm Park fleißig Plantanen-Blätter gesammelt und wir haben unsere Fensterdeko auf Herbst umgestellt. Ein paar Igel, Füchse und Bäume nur gebastelt natürlich, haben auch Einzug gehalten und schon herrscht hier fenstertechnisch eine 1a-Herbststimmung. Allerdings halten die Blätter nicht an der Fensterscheibe da das Klebeband nur suboptimal klebt. Dadurch fallen sie beständig herunter. So wird der Herbst auch innen ganz lebendig, real und fühlbar. Hat auch etwas. Lebendige Deko.
Sehr lebendig war es auch die Tage in unserem Garten. Es gab ein großes Gekreische und ein Schwarm von sehr bunten und sehr lauten Eastern Rosellas flog über unseren Garten. Sehr hübsch die Guten. Die Nachbarskatze besucht uns auch regelmäßig und beobachtet das Treiben bei uns sehr aufmerksam. Zudem haben wir unglaublich tolle und viele Regenbögen sehen können. Ein Traum. Wir sehen das als gutes Omen und wünschen uns einfach jedes Mal etwas.
[ngg src=“galleries“ ids=“225″ display=“basic_thumbnail“]Laut sind auch die hier beheimateten Maori Möwen die bedroht sind, aber hier am Strand häufig zu sehen und vor allem gut zu hören sind.
Seit dem 28.4. ist Neuseeland auf Level 3. Das bedeutet dass sowohl die Take-aways als auch einige andere Geschäfte wieder geöffnet haben. Allerdings darf man nirgendwo in die Läden. Man bestellt vor der Tür wo oft ein Tresen aufgebaut ist und die Angestellten einem die gewünschte Auswahl nach draußen bringen. Bezahlung erfolgt meist nur kontaktlos per Paywave.
Diese Freiheit haben wir gleich genutzt und haben uns lecker Thai Essen bestellt und abgeholt. Die Abholung war lustig, da ein paar Leute angestanden haben und man sich versucht hat aus dem Weg zu gehen. Es erinnerte mich ein wenig an eine improvisierte Choreografie. Sehr spaßig, denn alle waren gut drauf und freuten sich wohl genauso wie wir über eine kulinarische Abwechslung.
Da unsere Auswahl an Bastel- und Malmaterialien während der letzten Wochen enorm geschrumpft sind haben wir uns sehr gefreut dass auch der Dollarshop wieder geöffnet hat, bei dem wir Origami- und Malpapier sowie neues Tesa erstanden haben.
Reisen ist noch nicht wieder erlaubt aber der Bewegungsradius hat sich vergrößert. Wir dürfen uns nun etwas aus unserer Nachbarschaft hinaus bewegen und die nähere Umgebung beschnuppern. Das bedeutet dass wir uns ca 10 -15 Kilometer von zu Hause entfernen können – solange es in der Region ist. Fein, fein, fein! In diesem Radius haben wir auch gleich ein paar Ausflüge gemacht.
Der Wendeholm Regional Park hat es uns besonders angetan. Dort haben wir schon einige Wanderungen unternommen, da es dort so viele tolle Tracks gibt.
[ngg src=“galleries“ ids=“224″ display=“basic_thumbnail“]Beim Einkaufen in Orewa haben wir auch einen kleinen Abstecher zum Orewa Beach gemacht. Ganz hübsch dort.
[ngg src=“galleries“ ids=“226″ display=“basic_thumbnail“]Auch gleich um die Ecke und nur 20 Minuten entfernt von uns ist der Mahurangi Park West. Den haben wir mit viel Elan erkundet und festgestellt dass wir gar nicht soweit fahren müssen um es hübsch zu haben. Wendeholm hat im Ranking der Regional Parks – in unser näheren Umgebung – bisher eindeutig am besten abgeschnitten. Unser Highlight in diesem Park waren die Piwakawakas (Fantail), kleine putzige Vögel, die wild um uns herumgeschwirrt sind und für uns gesungen haben. Der Fantail ist bekannt für sein freundliches ‚cheet cheet’ und seine lebhaften Flugkunststücke. Very cute. Und singen kann er auch noch dazu. Einer von ihnen begleitete uns eine ganze Weile und sorgte für beste Unterhaltung. Wir hatten das Gefühl der kleine Piepmatz hat uns adoptiert und wir waren ganz traurig ihn dort lassen zu müssen.
[ngg src=“galleries“ ids=“220″ display=“basic_thumbnail“]Auch unser Ausflug zum Pohuehue Fall – einem eher kleinen Wasserfall auf dem Moirs Walkway hat uns nicht ganz überzeugt. Wir haben festgestellt, dass wir zu sehr verwöhnt sind und schon so viele schöne Dinge und verschwenderisch schöne Natur gesehen haben. Trotzdem war der Ausflug schön. Neue Pfade zu betreten bereichert ja auch ungemein und sorgt für Abwechslung.
[ngg src=“galleries“ ids=“221″ display=“basic_thumbnail“]Natürlich sind wir täglich an unserem Strand unterwegs. Wir haben es sogar geschafft zum Mahurangi Island bei Ebbe zu laufen. Durch das Wasser haben wir es auf dem Hinweg ganz gut gemeistert. Christan hat Pollie auf dem Rücken getragen. Auf dem Eiland angekommen haben wir festgestellt, dass das Wasser wieder zu steigen begann. Pollie war das nicht geheuer und wir Mädels sind zurückgewatet. Die Jungs sind noch ganz zur Insel gelaufen während das Wasser fleißig stieg. Zurück sind sie dann durch den Fluss gewatet – mit hochgekrempelten Hosenbeinen.
[ngg src=“galleries“ ids=“219″ display=“basic_thumbnail“]Auch schwimmen waren wir noch mal. allerdings nur in unseren Wetsuits. Aber selbst damit war es klirrend kalt. Unsere Nachbarn haben uns für verrückt erklärt. Wir fühlten uns danach erfrischt und sind gut in den Tag gestartet.
[ngg src=“galleries“ ids=“222″ display=“basic_slideshow“]Aus lauter Jux und Dollerei und wohl auch einem Quentchen Langeweile hat Christian mit den Kindern eine Portrait-Fotosession gemacht. Wir hatten alle viel Spaß dabei und wollen euch die Ergebnisse nicht vorenthalten.
[ngg src=“galleries“ ids=“216,217″ display=“basic_slideshow“]Für Abwechslung sorgte auch eine SMS von Air New Zealand am späten Mittwochabend mit dem Inhalt dass wir sie bitte kontaktieren möchten. Haben wir gleich am nächsten morgen gemacht und erfahren dass Lufthansa den Flug von LA nach Frankfurt gestrichen hat und es auch in naher Zukunft wohl keinen mehr gibt. Na toll. Das war nun schon der zweite Flug der gestrichen wurde. Zum Glück hatte Christian noch gleich nachts nach Flügen recherchiert, da ihm die SMS keine Ruhe gelassen hatte und er in der App den aktuellen Status geprüft hat.
Air New Zealand konnte uns leider keine Flugalternativen nach Deutschland anbieten und da auch die Verbindungen nach Amsterdam für uns nicht funktionierten (eine Übernachtung in LA wollten wir partout nicht) haben wir kurzerhand einen Flug mit Qatar Air gebucht. Doha scheint momentan der einzige Flughafen zu sein der Passagiere zum Transit nach Europa zulässt. Bangkok, Singapur und Hongkong lassen zur Zeit niemanden rein. Unsere letzte Route der Reise wird uns nun am 17.5. von Auckland nach Sydney über Doha nach Frankfurt führen. Hoffentlich. Und so hätten wir nun doch auf diesem Weg Mutter Erde zu guter Letzt einmal umrundet. Wenn auch anders als geplant. (Von wegen Planung ist das halbe Leben – oder war es die Ordnung?)
Nun mussten wir nur noch für Sydney einen Transitantrag stellen, denn auch Australien lässt im Moment niemanden ins Land. Da dies aber zur Zeit fast die einzige Verbindung von Neuseeland nach Europa ist und wir ja unsere Australischen Pässe im Gepäck haben, sehen wir dem Prozedere recht entspannt entgegen. Das wird schon. Wir sind ja nur 4 Stunden vor Ort und düsen dann weiter.
Die zweite Flugabsage haben wir alle erstaunlicherweise recht gelassen aufgenommen. Auch die Kinder. Die haben es schon mitbekommen, dass das im Moment recht normal ist. Dreimal ist ja Bremer Recht, wie es so schön heißt. Das finden wir auch und gehen fest davon aus, dass dieser Flug stattfindet und uns sicher nach Hause bringt.
(Auch Heide, Christians Mama, fliegt an dem gleichen Datum mit Quatar Arilines nach Hause. Wir werden sie in Doha treffen und zusammen den Flug nach Frankfurt nehmen. Sie ist immer noch in Australien auf Phillip Island und freut sich auch auf zu Hause.)
Durch unsere täglichen Runden am Strand kommen wir mit immer mehr Anwohnern hier in Waiwera in Kontakt. Neulich lagen Bananen auf der Treppe die uns eine nette Nachbarin dorthin gelegt hat. Andere Nachbarn hatten Bananen geerntet und auf einem Tisch für alle Nachbarn hingelegt. Sehr nett. Und wie irre. Frische Bananen aus Neuseeland. Auf unserer Abendtour hat uns einer der Leute die am Strand wohnen und immer fischen gehen ein Red Snapper Filet in die Hand gedrückt. Fangfrisch vom Morgen. Christian hat sich das Filet paniert und in der Pfanne gebraten. Wer mich kennt weiß, dass ich weder Fisch noch Fleisch esse und mir beim Geruch von Fisch sehr plümerant in der Magengegend wird. Dieser Fisch war aber so frisch, dass nicht mal ich geruchstechnisch etwas zu beanstanden hatte. Und lecker war er wohl noch on top.
[ngg src=“galleries“ ids=“223″ display=“basic_thumbnail“]Wie man sieht, werden wir hier hervorragend versorgt. Auch Essenseinladungen haben wir bekommen für die Zeit nach der Kontaktbeschränkung.
Diese Nachbarschaft, Freundlichkeit und Herzlichkeit der Neuseeländer werden wir bestimmt vermissen. Wir haben uns hier so gut aufgehoben und als ein Teil der Gemeinschaft gefühlt. Schon ein besonderes Völkchen, die Kiwis.
Die Esseneinladungen können voraussichtlich ab dem 12.5. stattfinden. Ab dann gehen wir auf Level 2. Das heißt wir können die restlichen Tage, die wir hier sind noch etwas mehr unternehmen und durch die Gegend fahren.
Auch unsere heißgeliebten Op-Shops haben ab dann wieder geöffnet und wir können wieder alt gegen neu tauschen. Wir sortieren grade jede Menge aus. Die ersten Klamotten und Krams haben bereits ihren Weg in die Reisetaschen gefunden. Ab jetzt heißt es wieder packen und aufräumen. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen.
Für die Kinder gilt erst recht extremstes Aussortieren von Muscheln, Sanddollars und selbstgemalten Bildern. Das wird schwierig. Aber tendenziell wird das lieber gemacht als Schularbeiten. Komisch, oder? Ist mir völlig schleierhaft. Bei mir ist es eher umgekehrt. Ich würde lieber Hausaufgaben machen anstatt zu packen.
Was das Thema Schularbeiten angeht sind wir etwas hin und hergerissen. Im Moment denke ich, dass wir lieber jede verbleibende Minute genießen sollten bevor es zurück nach Bremen in den Alltag geht. Denn nun werden die Kinder viel früher als geplant die Schulbank drücken müssen. Wenn auch nur in Teilzeit. Wird schon. Das bekommen die beiden auch hin. So lange wie sie uns nun als Lehrkräfte ertragen mussten freuen sie sich schon auf die Schule. Jedenfalls Pollie. Oskar sieht das mit gemischten Gefühlen da er die restlichen Wochen des Schuljahres in einer vierten Klasse seiner alten Schule verbringen wird. Aber auch das schafft er ganz bestimmt. Zumal es sich ja wohl nur um einige Stunden pro Woche handelt. Wir sind gespannt auf den neuen Alltag der auf uns zu kommen wird. Auch wenn dies wieder eine neue Herausforderung sein wird. Aber egal was kommt – das bekommen wir hin. Da sind wir ganz zuversichtlich.
Ihr Lieben, ich freue mich, dass ihr nun noch früher kommt. 🙂 Und ich drücke euch die Daumen, dass es diesmal dann auch wirklich klappt. Und zu Oskar … mannonman, dem werdne die Girls nachlaufen, macht euch auf was gefasst!!! <3
Ich vermisse euch und freue mich auf eure Rückkehr. Wir finden bestimmt ne Möglichkeit über Zoom Skat zu spielen!
hallo Ihr Lieben,
mega coole Portraits und überhaupt wieder so wunderschöne Fotos und Berichte. 🙂
Das ist ja super, dass ihr nun zusammen mit Heide nach Deutschland einfliegt.
Wir drücken euch die Daumen, dass eure Rückreise nun ganz Easy- Going fluppt.
Das wird schon!!!