Schafe über Schafe.
22.2.-29.2.20
Curio Bay – Totaranui Bay (Abel Tasman Nationalpark)
Schafe, Schafe und noch mehr Schafe. Unglaublich viele Schafe. Das ist Schafe zählen für Fortgeschrittene. Es gibt kaum ein Fleckchen in diesem wundervollen Land wo keine weißen wolligen Flecken dekorativ in der Gegend herumstehen. Und da wo es keine Schafe gibt stehen dann die schwarz-weißen Kühe in der Landschaft herum. Auch ja, ab und zu sind wir auch schon an Alpaca-Farmen und Wild-Farmen vorbeigekommen. Aber die sind hier eher in der Unterzahl.
Aber was es hier nicht gibt sind…? (Finden wir total genial) Na? Richtig, es gibt hier keine giftigen Tiere. (Bis auf eine kleine Spinnenart die es aber selten gibt.) Keine fiesen Schlangen und Spinnen, keine gefährlichen Quallen und Haie und auch keine Skorpione. Ist das nicht toll?
Nur andere in Neuseeland heimische Tiere empfinden wir als etwas störend. Von denen hat Neuseeland wohl noch mehr als Schafe: die ollen fiesen Sandflies. Bah, die sind vielleicht doof. Die stechen zu jeder Tageszeit und die Stiche jucken eeewig lang. Die scheinen sich aber vorzugsweise im Süden und im Westen der Insel aufzuhalten, sodass wir erst vor kurzem Bekanntschaft mit den hundsgemeinen Blutsaugern gemacht haben. Den geneigten Neuseeland-Urlauber erkennt man an den windpockenartigen roten Punkten an Füßen und Waden.
Nach unserem Ausflug und dem Delfinschwimmen in der Curio Bay (Hach, da zehre ich wohl noch lange von) haben wir vor Ort noch den „Petrified Forest“ in der Nebenbucht besucht und sind recht fix und ohne großen Fotostopps zur Monkey Island Bay gefahren.
Da gab es mal wieder eine Freedom Campsite direkt am Meer. Wir hatten ja schon gehört dass es im Süden wettertechnisch etwas rauer zu gehen soll. Aber das war noch glatt untertrieben. Es stürmte in der Nacht so sehr, dass unser Camper ganz schön durchgerüttelt wurde und wir dadurch ein paar Mal wach wurden. Auch der Regen prasselte so heftig, dass es sich wie Hagel anhörte.
Ab morgens um 6 Uhr war der Spuk dann vorbei und es wehte, im Vergleich zur Nacht, nur noch ein laues Lüftchen. Die Kinder haben mal wieder etwas in ihren Heften gearbeitet und wir sind im Anschluss noch einmal am Strand spazieren gegangen.
[ngg src=“galleries“ ids=“148″ display=“basic_thumbnail“]Ein wundervoller Strand. Mit einem kleinen Haken. Es lagen überall Miniplastikteile herum. An einem Strand am südlichsten Punkt Neuseelands. Im Nirgendwo. Das hat mich ganz schön geschockt. Ich habe angefangen ein Teil nach dem anderen aufzusammeln, habe aber nach 3 Metern und einer vollen Hand schon gemerkt, dass das ein sinnloses Unterfangen ist. Das ist das erste Mal auf unserer Reise, dass wir so eine Mikroplastikverschmutzung am Strand gesehen haben. Ich hätte überall damit gerechnet – nur nicht hier am anderen Ende der Welt. (Aber ist ja klar, das Zeug ist ja einfach überall.)
Und auch in den Supermärkten ist hier sehr viel in Plastik verpackt. Allerdings gibt es in einigen Supermärkten auch Papiertüten für das Obst und Gemüse. Auch die wiederverwendbaren Netze kann man hier bekommen. (Brauchen wir ja nicht, da wir ja eins mitgenommen haben – danke Tanja.) Auch Bienenwachspapier kann man hier in Bioläden oder auf Märkten bekommen. Auch die brauchen wir nicht, da wir unsere eigenen mitgenommen haben. (Danke Silvia von Beefree.)
Das Schöne sind dann auch die ganzen Obst- und Gemüsestände am Straßenrand. Dort kann man für kleines Geld (was in Neuseeland selten ist) leckeres Bio Obst und Gemüse bekommen. Viel besser als das im Supermarkt und nur halb so teuer.
Neuseeland ist bisher das mit Abstand teuerste Land was die Lebenshaltungskosten angeht, das wir bereisen. Ich hatte es gar nicht so teuer in Erinnerung. Zum Glück kochen wir die meiste Zeit selbst und versuchen so oft es geht Freedom Camping zu machen.
Vom Monkey Island Beach sind wir direkt nach Manapouri zur Possum Lodge, einem ganz niedlichen, mit Liebe eingerichteten Campingplatz gefahren. Der Platz liegt zu Fuß 10 Minuten vom Hafen entfernt. Von dort aus haben wir für den nächsten Tag eine Tour in den Doubtful Sound gebucht. Vor ein paar Wochen gab es in Neuseeland auf der Südinsel Überschwemmungen und sintflutartige Regenfälle so dass einige Straßen nicht passierbar waren und Touristen in einigen Gebieten eingeschlossen waren. Unter anderem auch im bekanntesten Fjord Neuseelands, dem Milford Sound. Die Zugangsstraße wurde erst am 21.2.20 wieder geöffnet. Da dies eine Hauptattraktion in Neuseeland ist, haben sich zu dem Termin wahnsinnig viele Busse und Camper auf den Weg dorthin gemacht. Wir hätten den Milford Sound zwar auch sehr gerne gesehen, aber eben nicht mit tausenden von anderen Menschen und überfüllten Campingplätzen.
Deswegen haben wir die Tour zum Doubtful Sound gebucht. Der ist abgelegener und man kommt leider nur mit einer organisierten Tour dorthin. Die haben wir am Sonntag den 23.2. um 8 Uhr morgens angetreten. Wir hatten Glück mit dem Wetter. In südwestlichen Teil Neuseelands regnet es im Durchschnitt um einiges mehr als in anderen Gebieten. Das Wetter war in der Tat etwas aprillig. Sonne und Regen wechselten sich in Rekordgeschwindigkeit ab. Unsere Wäsche haben wir dann lieber nicht draußen aufgehängt sondern in den Trockner gepackt.
Weil der Doubtful Sound nur von der Tasman Sea oder über den Pass erreichbar ist, ist es dort touristisch noch nicht so überlaufen. Es fährt in der Regel nur ein Tages-Tour-Boot zur Zeit herum. Ab und zu bekommt man einen Zipfel von den Overnight-Cruises Segelbooten zu Gesicht. Zudem sieht man dort einige Kajakfahrer herumpaddeln. Aber das war es.
Die Tour ging von Manapouri mit dem Boot über den Manapouri Lake. Von dort aus fuhren wir im Bus ca. 45 Minuten durch den Regenwald des Fjordlands auf Neuseelands teuerster Straße, den Wilmot Pass zum Doubtful Sound. War die Bootsour über den Lake Manapouri schon ganz schön, so hat uns die Busfahrt total begeistert. Der Regenwald ist ganz anders als der, den wir bisher hier gesehen haben. Die uralten zum Teil über 800 Jahre alten Scheinbuchen waren die Vorlage für Peter Jacksons Ents in der Herr der Ringe. Leider hat der Bus auf der Strecke nicht wirklich angehalten, so dass wir die Bäume und den tollen Regenwald nicht so lange bewundern konnten wie wir gern wollten.
Entgegen der Wettervorhersage (die hier genauso wenig hin haut wie zu Hause) blieb es weitestgehend trocken. Der Doubtful Sound zeigte sich mysteriös in Wolken gekleidet und Nebel hing in den Tälern. Zeitweise hat sich sogar die Sonne gezeigt. Es war schon ein toller Anblick. Von den steilen Bergwänden gab es jede Menge Wasserfälle, die durch den vielen Regen auch immer ordentlich mit neuem Wasser versorgt werden. Die Schattierungen von Grün sind unbeschreiblich. Von der Vielfalt der Moose und Farne mal ganz abgesehen. Die Moose waren die ersten Pflanzen, die es sich auf den Granitsteinwänden bequem gemacht haben. Sie bieten den Nährgrund und Wachsfläche für alle anderen Pflanzen, denn sie können das bis zu 25-fache an Gewicht an Wasser speichern und haften sehr gut an den Felsen.
Eigentlich gibt es auch Delfine zu sehen. Die haben sich während unserer Fahrt leider nicht gezeigt. Dafür haben wir ein paar von den kleinen blauen Pinguinen und die mittlerweile seltenen Fellrobben gesehen. Die hockten auf einem Felsen außerhalb des Sounds und wir sind ein Teil über das offene Meer gefahren. Der Wellengang hatte es in sich und einige Passagiere konnten ihr Frühstück nicht bei sich behalten. Mir wurde auch ganz plümerant in der Magengegend und Pollie verweigerte sogar ihre heiße Schokolade.
Die Temperaturen hatten es auch in sich und wir waren wieder einmal froh über unsere Daunenjacken und Mützen. Die Kinder haben sich ihre im Op-Shop erstandenen Handschuhe gefreut denn an Deck weht eine steife Brise.
Um die unglaubliche Ruhe zu genießen – was auf einem Motorkatamaran, auch wenn er öko ist, nicht so geht – wurden die Motoren für ein paar Minuten abgestellt, um den Sound of Silence zu genießen. Und tatsächlich waren auch alle Passagiere mal für einen Moment ruhig. Was für ein erhabener Augenblick der Ruhe inmitten dieses wunderbaren Fleckchen Natur.
Einen kleinen Wehmutstropfen gab es dann noch: Ein Kreuzfahrtschiff mit schwarzer Rauchfahne ist kurz hinter uns von der Tasman Sea aus in den Sound gefahren Den Anblick fand ich doch sehr befremdlich. Etwas das man nicht so gerne in dieser Naturkulisse sehen mag und was irgendwie wie reinretuschiert aussieht. Machen wir es kurz: es passt einfach nicht.
[ngg src=“galleries“ ids=“149″ display=“basic_thumbnail“]Alles in allem war es ein schöner Ausflug. Wir haben aber für uns wieder einmal festgestellt, dass diese Touren nicht so richtig unsers sind. Der Sound war sehr schön und beeindruckend, der Preis ist für den Aufwand bestimmt auch gerechtfertigt (Neuseeländer zahlen den halben Preis und das muss ja auch mit finanziert werden und eine Abgabe an das Department of Conservation ist da auch noch mit eingerechnet) es gibt in Neuseeland aber so unglaublich schöne Dinge an jeder Ecke zu sehen, dass man die gehypten Orte nicht unbedingt machen muss. (Ist aber nur unser subjektives Empfinden.)
Am Montag ging es um 10 Uhr wieder auf die Piste und wir sind mit einem kurzen Boxenstopp beim Camperverleih in Queenstown zum Bettwäsche wechseln weiter zum Goldgräberstädchen Arrowtown gefahren. Haben uns dort beim Thai (zur Feier des Tages – wir hatten Bergfest im Camper) etwas zum Essen geholt und zum Nachtisch ein leckeres Eis verputzt. Unser Etappenziel Wanaka haben wir leider nicht geschafft. Der Stopp bei der wohl bekanntesten Bungeejumpanlage Neuseelands an der Kawaras Suspensionbridge, bei der die Kinder fasziniert und mit offenem Mund die Adrenalinjunkies bestaunt haben, die sich die Brücke herunterstürzten. Wir haben die Kids gar nicht wieder von dem Spektakel loseisen können.
Der Tank- und Einkaufsstopp in Cromwell hat uns dann zeitlich so zurückgeworfen, dass wir kurzerhand auf einem Freedom-Campingplatz am Lake Dunstan gehalten haben. (Das ist der größte künstlich angelegte See Neuseelands. Durch den Stausee wurde ein fruchtbares Tal mit jeder Menge Obstplantagen überspült. Auch ein paar Siedlungen wurden versetzt.) Bei sommerlichen 24 Grad und Sonnenschein sind die Kinder gleich in den See gehüpft um sich Abkühlung zu verschaffen.
[ngg src=“galleries“ ids=“150″ display=“basic_thumbnail“]Am nächsten Tag haben wir es etwas langsamer angehen lassen. Die Kinder waren noch mal schwimmen und ich habe Zeit zum Yoga machen gehabt. Eine freche Ente hat (nach meinen Übungen) wohl auch Yoga machen wollen, aufgegeben und vor lauter Frust eine fette, übelriechende Flüssigkeit auf der Matte hinterlassen. Na toll.
Wir haben uns nett mit unseren neuseeländischen Nachbarn unterhalten. Ein Rentnerehepaar aus Tauranga von der Nordinsel, die sich selbst zu den „Grey Nomads“ zählen. Diese bestätigten, natürlich nett und auf die neuseeländische Weise durch die Blume gesprochen, dass die umherziehenden Campermassen mittlweile zur Plage geworden sind. Für die Menge der Touristen und Autos ist die Infrastruktur überhaupt nicht ausgelegt. Die neuseeländischen Camper leiden da auch schon ganz schön darunter, da die freien Seiten oft voll sind und das freie Campen an vielen Plätzen verboten wurde wo man früher stehen durfte.
Das liegt daran, dass zu viele Leute unverantwortlich mit der Natur und den Gegebenheiten umgegangen sind und ihren Müll liegenlassen haben.
Da die sonst so sehr freundlichen, offenen und gelassenen Neuseeländer das nicht so toll fanden, ist die Einstellung zu den Camperhorden von Overseas nicht mehr ganz so positiv. Verständlich.
Da wir eine lange Strecke vor uns hatten, haben wir uns nur mit einem kleinen Stopp bei den Blue Pools begnügt. Der hat sich gelohnt. Die Pools sind eine Ansammlung von Rockpools, die von einem eiskaltem Fluss gespeist werden. Einige Leute sind schwimmen gegangen, andere haben sich von der Hängebrücke in die eisigen Fluten gestürzt. Im Anbetracht der Tatsache, dass es dort weit und breit kein Telefon-Netz gibt um einen Notfall abzusetzen, ganz schön irre, bzw. verantwortungslos.
Die Fahrt zum Campground am Lake Paringa zog sich hin wie Kaugummi. Wir haben noch einen Platz ergattern können und haben uns aber hauptsächlich im Camper aufgehalten da uns die Sandflies wie verrückt auf die Pelle gerückt sind.
[ngg src=“galleries“ ids=“151″ display=“basic_thumbnail“]Um 7 Uhr war ich wach und wollte hochmotiviert Yoga am See machen. Der gute Wille war da. Und auch gefühlt hunderte von Sandflies, die sich auf meine nackten Füße gestürzt haben. Äh, ok, dann lieber nicht. So schnell wie ich draußen war, war ich auch wieder drin.
Der Nebel vom Morgen lichtete sich im Laufe des Vormittages langsam. Beim Fox-Gletscher war es noch etwas zugezogen und wir entschieden uns weiter zm Franz-Joseph zu fahren. Bis dahin waren die Wolken verschwunden und wir konnten bei strahlendem Sonnenschein und guter Sicht die 5,5-km-Wanderung zum Franz Joseph Gletscher machen und hatten einen fantastischen Ausblick. Allerdings durfte man nur bis auf 1000 Meter an den Gletscher heran wandern. Trotzdem ein toller Anblick und eine tolle Wanderung durch die surreale Mondlandschaft. Auf dem Rückweg hat sich die Wolkendecke langsam wieder geschlossen und die gute Sicht war vorbei.
[ngg src=“galleries“ ids=“152″ display=“basic_thumbnail“]Insgesamt sind wir 3 Stunden gefahren und sind kurz vor 17 Uhr auf unserem Campground von Julian und Kevin in Hokitika angekommen. Was für eine Begrüßung. Die beiden haben uns persönlich in empfang genommen und uns über den Platz geführt. Tolle Gemeinschaftsräume mit Wohnzimmer, Küche und Fernsehraum und ein liebevoll angelegter Garten. Es fühlte sich an wie zu Hause. Der Campingplatz ist erst zwei Jahre alt und wird mit viel Hingabe geführt.
Um 18 Uhr füttert Kevin an dem kleinen Fluss hinterm Haus die Riesenaale. Ein Spektakel, dass sich die Kinder nicht entgehen lassen haben. Überhaupt war es alles sehr cosy. Die Kids haben Fahrräder und Helme geliehen bekommen (von den Enkelkindern der Inhaber) und durften querfeldein über den Platz düsen. Abends hat uns Kevin mit seinem Auto zu den Glühwürmchen gefahren. Ein kleiner Wald am anderen Ende der Stadt, indem die Glowworms leben. Faszinierend. Überall leuchtete es wie tausende von Sternen.
Christians Kamera mag grade mal wieder nicht mehr. Nach Franz Joseph hat sie ihren Geist aufgegeben. Jedenfalls mag sie keine Fotos mehr mit dem alten Objektiv machen. Mit dem neuen Teleobjektiv funktioniert sie noch. Meistens jedenfalls. Ähnliches hatten wir ja schon mal in den Staaten. Da hat sie sich wieder erholt. Aber nun scheint sie reif für den Ruhestand zu sein. Sie hat ja auch schon viele Reisen und viele Fotos auf ihrem Kamerabuckel.
Am nächsten Tag war unser erster Stopp schon gleich in Hokitika und Christian hat nach einer Ersatzkamera geschaut. Da er aber sehr an seiner Olympus hängt und grade erst das neue Tele dafür gekauft hat, hätte er am liebsten das gleiche Modell noch mal. Das stellt sich als nicht so einfach heraus. An der Westküste gibt es nur wenige größere Orte auf dem Weg in denen es Kamerageschäfte gibt. Nach einer langen Online-Recherche ist Christian dann fündig geworden und hat einen Laden auf der Nordinsel gefunden, die ihm die Kamera zu unserem 2-Tages-Stopp in der Golden Bay schicken. Yippieee. Die Fotodokumentation der Reise scheint gerettet zu sein.
Der Stopp bei den Pancake Rocks, die ihren Namen dem schichtartigem Aufbau der Steine zu verdanken haben, hat sich voll und ganz gelohnt. Das Teleobjektiv von Christian war das erste Mal im Dauereinsatz.
[ngg src=“galleries“ ids=“153″ display=“basic_thumbnail“]Danach sind wir nach Westport auf einen tollen Freedom Campingplatz am Meer gelandet. Ein traumhafter Strand mit viel Treibholz und einem großartigem Sonnenuntergang. Aber auch hier wurde die Idylle etwas durch die Anwesenheit der Sandflies getrübt. Aber nur ein wenig, denn so langsam arrangieren wir uns mit den Blutsaugern.
[ngg src=“galleries“ ids=“154″ display=“basic_thumbnail“]Am nächsten Morgen waren wir bei Regen um 10:40 Uhr bereit zum Abfahren. Bis Pollie so richtig durch den Tisch getreten hat. (Eigentlich dachten wir das kommt erst viel später.) Der nicht hören wollende Kletteraffe hatte in den letzten Wochen konsequent die Ohren auf Durchzug gestellt, wenn wir ihr lang und breit erklärt haben, dass sie doch bitte nicht über die Sitze oder den Tische auf die Hochebene klettern möchte. Der Tisch ist nämlich von vornherein recht instabil gewesen.
Nun war es soweit. Cheeky Monkey ist von der Hochebene über die Sitze gekraxelt, dabei abgerutscht und auf dem Tisch gelandet. Der, bzw. die Bodenplatte hat auch ihr Fliegengewicht nicht ausgehalten und hat nachgegeben. Futsch war die Bodenplatte und wir konnten durch das Loch die Achsenaufhängung und den Asphalt bewundern.
Da wurde Pollie aber sehr sehr leise und schwieg für eine ganz Weile. Eine ganz schön lange Weile. Seitdem fahren wir mit einer Plastiktüte in dem Loch durch die Gegend, denn es zieht doch etwas von unten. Und durch den Regen am Morgen kam es auch etwas feucht von unten hoch.
So war unser erster Stopp nach dem Campground im Baumarkt und Material zur Reparatur zu kaufen. (Trotz handwerklichem Geschick konnte auch McGyver den Tisch nicht reparieren und nun müssen wir draußen essen oder den Campingtisch hineinholen.)
Einen Op-Shop-Stopp und diversen Obst- und Gemüsestände an der Straße später sind wir in Motueka bei strahlendem Sonnenschin angekommen. Der Fredom-Campground, den wir uns augesucht hatten war leider schon komplett belegt. Auch auf dem nächsten Campground gab es keinen Patz mehr für uns. Das hatten wir noch nie in Neuseeland. So sind wir weiter zur Ruby Bay am McKee Memorial Reserve gelandet. Ein absoluter Glückstreffer. Ein wunderbarer sehr alternativer und auch noch günstiger Campground am Meer mit Spielplatz, kalten Duschen und jede Menge anderer Kinder. Besser ging es gar nicht. Und wir hatten auch noch jede Menge Platz um uns herum.
Pollie und Oskar haben lange draußen gespielt und sind erst rein gekommen als es stockenduster war. Pollie hat sich auch gleich für den nächsten Morgen wieder zum Spielen verabredet. Das ist so herrlich unkompliziert hier. Die Kinder finden eigentlich überall Anschluss und auch die Kinder hier sind super kontaktfreudig und aufgeschlossen. Die Sprache ist ja ein Glück auch kein Hindernis hier.
[ngg src=“galleries“ ids=“156″ display=“basic_thumbnail“]Den Samstag, den 29.2. haben wir mit etwas mehr Ruhe angehen lassen. Also nicht alle. Pollie und Oskar haben gleich früh morgens einen Vokabeltest geschrieben und sind danach wieder zum Spielen verschwunden. Christian war Joggen und ich haben in Ruhe Yoga machen können. Oskar hat noch einen neuen Haarschnitt bekommen und wir haben in den wunderbar kalten Duschen geduscht. Danach waren wir dann so richtig und endgültig wach und fit und haben uns auf die Socken nach Totaranui im Abel Tasman Nationalpark gemacht. Mit einen Einkaufs, Dump- und Tankstopp in Motueka sind wir letztendlich erst um 13 Uhr auf der Strecke gewesen. Macht ja nichts. Das Navi kündigte uns ja lediglich eine Dauer von 1:36 h für den Weg an. Wäre schön gewesen. Da haben wir uns mal wieder gründlich in die Irre führen lassen. „Newzealand roads are different. Allow extra time.“ – das steht auf sehr vielen Schildern am Wegesrand. Das haben wir ja auch schon zur genüge am eigenen Leib erfahren, nur jedes Mal wieder komplett vergessen. Auch dieses Mal. Für die 1:36 h haben wir im Endeffekt 3 Stunden gebraucht und waren erst um 16 Uhr vor Ort. Die letzten 13 oder so Kilometer führten uns über eine holperige, enge Schotterpiste, die überhaupt nie enden wollte. Die Minuten auf der Anzeige vom Navi zogen sich hin wie Kaugummi und die Anzeige veränderte sich minutenlang mal so gar nicht.
Unsere geplante Wanderung im Abel Tasman Nationalpark haben wir nach der langen Fahrt und 26 Grad und Sonnenschein einfach gegen ein erfrischendes Bad im eiskalten Meer eingetauscht.
[ngg src=“galleries“ ids=“155″ display=“basic_thumbnail“]Das war auch ganz schön. Überhaupt ist es hier überall schön und die Zeit wird immer knapper für all die Dinge, die wir noch so vorhaben und sehen wollen.
Aber alles geht ja nun mal nicht. Also geht schon aber nur mit straffem Zeitplan und etwas Stress – und letzteren wollen wir nicht als Reisegefährten dabei haben. Immer, wenn der sich ankündigt, laden wir ihn charmant und freundlich wieder aus, verzichten auf „das müssen wir noch sehen“ und genießen das was da ist. Und das ist, da muss ich mich wiederholen: einfach wunder-, wunder-, wunderschön. Seufz.
My dear travelling friends,
Thank you so much for all the beautiful blue and greens and all the other shades….
Many beautiful memories for me, lovely stories from you, and the most beautiful thing overall in these weird times….
Favourite pictures: Nuroma and the man (not) behind the camera in Doubtful Sound
and Pollie and Oscar in the grass…
And the ferns and moss,,,
Thank you very much for the beauty in hearts and eyes…
Lots of love from Bremen,
Kim and Mari