Meer und Wellen.

Meer und Wellen.

August 13, 2019 2 Von Nuroma

Die zweite Woche in unserem kleinen Häuschen ging superschnell vorbei. „Wir haben viel gechillt“, steht in den Tagebüchern der Kinder. Auch viel gespielt und waren oft am Strand. Wobei ich gleich noch mal eine Surfstunde gebucht habe, um noch mal mein Glück zu versuchen. Ging auch gleich schon viel besser. Die Kinder, die meine Versuche aufmerksam beobachtet und auch den Kinderkurs genau ins Visier genommen haben, wollten es auch mal versuchen. Also haben wir sie für den nächsten freien Kurs am 10.8. eingeschrieben.

Am 9.8., einen Tag vor dem Kurs sind wir ins Surfmekka Nazarè gefahren, wo sich das Who-is-who der Surfer in den Wintermonaten tummelt, um dort die Monsterwellen zu reiten. Und ganz ehrlich: die Wellen waren jetzt im Sommer schon so bombastisch, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, wie die im Winter aussehen. (Habe ich spaßeshalber mal gegoogelt  –  ist sehr imposant)

Wir haben ein wenig am Hauptstrand gesessen und uns die Wellen angeschaut. Da man nicht einmal mit den Füßen ins Wasser durfte, ohne dass die Lifeguards einen zurückpfiffen, haben wir uns in das Getümmel an der Promenade gestürzt und ein Plätzchen in einem Eiscafé ergattert. So etwas stramm Durchorganisiertes haben wir noch nicht erlebt. Es wuselte nur so von Servicepersonal und wir wurden unglaublich schnell bedient. Und das alles mit einem charmanten Lächeln und einer Art, dass man nicht das Gefühl bekam im totalen Tourinepp gelandet zu sein. Hut ab – im Bereich Service ist Portugal ganz weit vorne.

Weil wir gehört hatten, dass die Wellen am wilden `Praia do Norte` noch viel imposanter sind, haben wir einen Abstecher dorthin gemacht. Und der hat sich wirklich gelohnt. Es waren viel weniger Menschen dort und die Wellen waren um einiges höher als auf der anderen Seite der Felsen.

Nach einem ausgiebigen Spaziergang mit Drachensteigen lassen, haben wir dann noch unseren 21. Jahrestag in einem kleinen Fischlokal gefeiert.

Am nächsten Tag wurde der Surfkurs aufgrund der hohen Wellen, der Strömung und des Windes leider abgesagt und auf den nächsten Tag verschoben. So haben sich die Kinder damit begnügt sich einzubuddeln und  am Strand herum zu toben. Auch gut.

Am Sonntag, unserem letzten Tag in Ramalhal, waren wir, also eigentlich ich, mal wieder mit Taschenpacken beschäftigt. Unfassbar, wie sehr man sich in kurzer Zeit so verteilen kann. Irgendwie habe ich alles in die Taschen bekommen, wobei ich das Gefühl hatte, sie waren voller und schwerer als vorher. (Ich hatte aber auch nicht mehr so den Drang, alles perfekt und nach System zu packen, wie vor Reisebeginn).

Danach ging es ab zum Strand für den Surfkurs der Kids. Zum Glück fand er statt. Pollie wollte so unbedingt surfen lernen, dass sie die Daumen so fest drückte, wie es nur ging, als der Obersurflehrer sie musterte, um zu entscheiden, ob sie teilnehmen durfte. Die Strömung war immer noch recht stark und er war sich nicht sicher, ob Pollie genug Gewicht und Power dafür hatte. Da er erstmal sehen wollte, ob das im Wasser mit den Kindern klappt, mussten wir erstmal noch nichts bezahlen. Erst wenn die Kinder die Stunde komplett mitmachen können, müssen wir bezahlen. Sonst eben nicht. Und da war er wieder der unglaubliche Service.

Am Ende durfte Pollie komplett teilnehmen und hat sich sehr gut auf dem Brett gemacht. Sie stand fast beim ersten Mal und war so stolz. Oskar hat sich auch wacker geschlagen und nicht aufgegeben. Zum Schluss hat er auch gestanden.

Am Ende des Tages waren die Kinder völlig kaputt und mit sich und der Welt zufrieden. Auch mal ein schöner Zustand nach dem vielen Gezanke und Gemotze zwischendurch. (Es herrscht hier nicht nur Eitelsonnenschein und Ringelreihen – hier fliegen durchaus zwischendurch die Fetzen. Eben wie zu Hause, nur aus anderen Gründen. Das dürfen wir Erwachsenen wohl akzeptieren und damit umgehen zu lernen. Ist eben doch irgendwie Alltag – nur unterwegs)

Auf dem Weg nach Lissabon am nächsten Tag haben wir einen Abstecher nach Obidos (der weißen Stadt) gemacht. Auch ganz nett, nur wimmelte es hier von Touristenscharen und wir wurden ganz kirre nach unserer relativen Zurückgezogenheit in den letzten zwei Wochen. 

Mal sehen wie es uns dann in Lissabon geht. Dort sollen ja ganze Horden und Rudel von Touristen überall unterwegs sein. Ob wir das wohl schaffen, nach unserer Einsiedelei?

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