Das letzte Mal
Das hört sich ja erst einmal dramatisch an. Ist es aber nur teilweise. Das letzte Mal häuft sich grade bei uns. Das letzte Familientreffen, die letzte Sitzung vom Förderverein, die letzte Sitzung der Architektenkammer, das letzte Mal Treffen von Freunden, das letzte Mal Sommerfest. Und gestern war das erste letzte Mal mit Tränen verbunden. Oskar hatte gestern seinen letzten Auftritt mit dem Kinderchor von der Casa della Musica. Das an sich rührt mich ja schon immer an, wenn er aus vollem Herzen und Hingabe singt. Diesmal war es aber die Verabschiedung von Bettina, die auch Tränen in den Augen hatte. Da wurde mir so richtig bewusst, dass nicht nur wir Abschied nehmen, sondern ja auch andere. Und dass auch wir vermisst werden und nicht nur vermissen werden. Puh, da schiessen mir bei dem Gedanken schon wieder die Tränen in die Augen. Heute hat Pollie ihre Verabschiedung in der Klasse. Gestern hat sie fleißig kleine Geschenke gebastelt. Wir haben Bilder von ihr und den jeweiligen Klassenkameraden ausgedruckt und sie hat auf jedes Foto geschrieben, wie sehr sie das jeweilige Kind vermissen wird. Das gleiche hat sie auch für die LehrerInnen gebastelt.
In den nächsten Tagen wird es dann nicht weniger emotional: das letzte Mal Klavier- und Schlagzeugunterricht und dann am Mittwoch der letzte Schultag mit der Verabschiedung der 4. Klassen. Da wird sich wahrscheinlich auch noch einmal eine Tränenflut entladen. Oskar hat schon mehrmals gesagt, dass er seine Lehrerin sehr vermissen wird. Schnief.
Mit der ganzen Vorbereitung, der Planung, dem Packen und dem dazugehörigen Tunnelblick habe ich den emotionalen Aspekt ganz nach hinten verdrängt.
Aus gutem Grund: Sind die Schleusen erstmal geöffnet, gibt es kein Halten mehr. Da hilft nur noch die Familienpackung Taschentücher, um Schlimmeres zu verhindern…