Die kleine Stimme

An manchen Tagen bezweifle ich, ob diese Reise eine gute Idee ist und halte das für eine ausgemachte Wahnsinnsidee.
Gestern war so ein Tag. An was es auch immer gelegen hat. Ich für meinen Teil habe das Gefühl, dass ich jetzt mal eine Woche ins Kloster gehen könnte und mich einfach mal ausschweigen und ausschlafen möchte und Ruhe brauche. Die Kinder streiten sich grade oft und das Geschrei ist groß. Da reicht unsere Geduld grade auch leider nicht für aus. Wir Erwachsenen gehen da grade im Wechsel auf die Palme – und wenn’s dumm läuft gemeinsam.
Wenn ich mir nun vorstelle, dass wir das das gesamte nächste Jahr haben und wir fast ohne Unterlass aufeinander kleben, na dann gute Nacht Marie.
Vielleicht spiegeln die Kinder auch mal wieder unsere Anspannung, die stetig wächst. Christian hat bei seinen diversen Projekten recht viel auf dem Schirm und ich sehe dann, trotz meines Optimismus, kein Ende der Ausmistungs-, Renovierung- und Ausstattungsaktion in Sicht.
Auf jeden Fall war mir gestern nach: Wir stornieren den ganzen Kram, sagen alles ab und bleiben hier.
Heute sah die Welt dann wieder ganz anders aus. Die kleine Stimme, die mir zwischendurch sagt: „Ihr seid total verrückt, dass ihr das macht“, war heute ganz kleinlaut und die Vorfreude hatte heute wieder Oberwasser. Wer weiß, wie lange. Die Laune spielt grade etwas April – Sonne, Sturm, Schnee – alles auch gerne mal innerhalb eines Tages oder auch Stunden.
(Vielleicht sind es auch die Hormone – bei mir jedenfalls?) 😉
Auf jedenfalls läuft der Countdown und es sind nur noch 107 Tage, bis die Reise losgeht.