Insel der Götter – Teil 1

Insel der Götter – Teil 1

Juni 22, 2023 1 Von Padeffke

Bali und Nusa Lembongan

11.-19.4.23

Um unsägliche drei Uhr morgens klingelte Pollies Wecker. Sie hatte sich in den Kopf gesetzt unbedingt vor dem Flug zu duschen. Das war echt früh und eigentlich wollten wir doch etwas länger schlafen. Aber gut. Das Hotel haben wir dann aber immerhin pünktlich um 4 Uhr verlassen, den Wagen beim Value Parking (Langzeitparkplatz) geparkt und sind mit dem Shuttlebus zum Terminal gefahren. Dann folgte langes Anstehen zum Einchecken und Gepäck aufgeben. Einen kleinen Schreckmoment hatten wir dann beim Wiegen unserer Reisetasche – wir sind mal wieder mit leichtem Gepäck gereist: 2 Wochen Bali mit einer Reisetasche á 20 kg und 4 x Handgepäck á 7 kg – die wog nämlich auf einmal anstatt 20 kg satte 23,5 kg. Etwas panisch kramte ich in der Tasche herum, um den Übertäter für die plötzliche Gewichtserhöhung zu finden, allerdings vergeblich. Der Übeltäter war nicht in der Tasche sondern stand direkt neben mir. Christian hatte seinen Handkoffer auf den Rand der Waage gestellt und so für Übergepäck gesorgt. Kaum war der Koffer weg, hatte die Tasche auch wieder die ursprünglichen 20 kg. Puh, noch mal Glück gehabt. Übergepäck sollte entspannte 100 Dollar pro Kilo kosten, die wir doch lieber anderweitig ausgeben wollten.

Kurz vor der Sicherheitskontrolle hat Oskar den Rest seines Chicken Parma als Frühstück vertilgt, das er abends zuvor als Doggybag vom Pub eingesteckt hat. Perfekte Resteverwertung.

Nach nur 5:40 Stunden sind wir in Denpasar gelandet. Dank Christians Weitblick – er hatte die Visa bereits online gebucht – sind wir recht schnell durch sämtliche Kontrollen gerauscht und auch unser Gepäck war vollständig da. Wobei wir diesmal vorgesorgt haben und alle Taschen mit Airtags versehen haben. Unsere erste Unterkunft und den Transport dorthin hatten wir schon vorab gebucht, so dass wir uns entspannt im Auto zurücklehnen konnten, nachdem wir unseren Fahrer in der Ankunftshalle gefunden hatten.

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Die Kinder waren auf der Fahrt nicht ganz so entspannt und staunten mit großen Augen über den  Verkehr. Unmengen an Rollern und Autos schoben sich durch die Straßen und rechts und links an uns vorbei. Ich konnte mich noch gut an dieses organisierte Chaos auf den Straßen erinnern, die Kinder allerdings gar nicht. Dieses Verkehrschaos mit Linksverkehr war der Hauptgrund warum wir uns gegen ein Mietauto und für Fahrdienste entschieden haben.

Für die ersten drei Tage haben wir uns in den Flower Bud Bungalows in Balangan Beach eingemietet. Eine kleine, schon etwas in die Jahre gekommene Anlage, in Strandnähe. Dort angekommen, wurden wir von der netten Belegschaft mit einem Welcome Drink begrüßt. Der kleine Hunger war auch schon wieder im Gepäck und so haben wir gleich dort Mittag gegessen. Das erste Nasi Goreng, dem noch viele weitere folgen sollten.

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Nach dem Mittagessen und dem folgenden Regenschauer haben wir unseren Familienbungalow bezogen. Ein klassisches zweistöckiges offenes Strohhaus mit einem Außenbadezimmer und jeder Menge Tausendfüßlern mit denen wir uns das Bad teilen mussten. Vor allem nachts musste man gut aufpassen, dass man im schlaftrunkenen Zustand nicht auf die kleinen Vielfüßler trat.

Die kleinen Viecher waren wirklich überall unterwegs und gar nicht mal so langsam. Wen wundert es mit so vielen Beinen…

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Seit der Ankunft auf Bali hatten sich bei Christian Kopfschmerzen zusammengebraut, die durch die feuchtwarmen 29 Grad nicht besser wurden. Während er sich ausgeruht hat, sind wir zu dritt zum Strand gelaufen und waren dort angekommen sprachlos ob des Anblickes der sich uns bot. Am Strand und im Meer lagen und schwammen Unmengen an Müll herum. So viel Müll, dass man locker zwei bis drei Lastwagen gebraucht hätte um alles wegzukarren. Wir waren so geschockt, dass wir nur kurz an dem eigentlich hübschen, sehr urigen und mit auf Stelzen gebauten Cafes und Warungs (so etwas wie Bistros) geblieben sind. Es reihte sich auch eine Surfschule nach der nächsten aneinander und die Wellen waren einfach perfekt.

Aber wir wollten nicht im Dreck schwimmen und haben uns für eine Abkühlung im Pool entschieden und dort etwas abgehangen.

Da wir verpennt hatten unterwegs Bargeld zu holen und man nur in wenigen Restaurants mit Karte zahlen konnte, sind wir zum Abendessen im Hotel geblieben und haben dort gegessen. Lecker Nasi Goreng und Salat. Im Anschluss sind wir müde und völlig erschöpft ins Bett gefallen.

Die Nacht war recht unruhig. Wohl durch die vielen ungewohnten Geräusche – Rascheln im Strohdach, bellende Hunde, Geckolaute und ein verwirrter, dementer Hahn, der gefühlt die ganze Nacht durch gekräht hat. Am Morgen haben wir nach einem leckeren Frühstück erstmal den heftigen Regen abgewartet bis wir zum nächsten Supermarkt mit ATM gelaufen sind. Leider hatte ich die passende Karte vergessen, um Geld zu „kaufen“, so haben wir im Supermarkt etwas zu Knabbern, Wasser, Sarongs und Mückenspray geshopped. Wir sind grade so im Trockenen im Hotel angekommen, haben den nächsten kleinen Hunger gestillt, um dann in der nächsten Regenpause wieder am und im Pool abzuhängen.

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Nachmittags haben Christian und ich uns eine Massage gebucht, die einfach unglaublich gut war.

Es ist nicht zu fassen, was die Kids hier so verdrücken. Ein Glück gibt es hier auch viel frisches Obst und leckere Säfte, die die beiden auch gerne essen/trinken. Nasi Goreng, Mie Goreng und Saté stehen hier aber um einiges höher im Kurs. – bis zu 3 Mal täglich.

Abends haben wir wieder einen Spaziergang zum Strand gemacht. Diesmal zu viert. Es waren tolle Wellen zum Surfen und es waren auch viele Surfer im Wasser. Mir ist die Lust hier zum Surfen durch den ganzen Müll im Wasser vergangen.

Wir sind anstatt am Strand zu bleiben zum Sunset Lookout gelaufen, wo zwei chinesische Hochzeitspaare in voller Pracht und Entourage für Hochzeitsbilder posiert haben. (Bilder gibt es davon leider nicht) Hier tummelten sich auch einige Paare, die ein romantisches Date zum Sonnenuntergang hatten aber auch Männercliquen, die sich dort mit einer Kiste Bier – hier sind es Kartons – treffen. Und sehr viele Straßenhunde, bei deren Anblick Pollie ganz wehmütig wurde. Erstaunlicherweise sahen alle recht gut genährt aus und ware auch sehr freundlich und zugewandt.

Im Anschluss gab es Abendessen im Hotel gegenüber mit Blick auf den Sonnenuntergang.

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Dort waren wir auch am nächsten Morgen frühstücken, was ganz okay war. Dieses Hotel war um einiges größer als unsere kleine Anlange und um einiges internationaler. Es waren viele Franzosen, ein paar Deutsche, sehr viele Engländer und richtig viele Spanier vor Ort.

Durch den durchweg regnerischen Tag mit nur wenig Regenpausen hatten wir sehr viel Langeweile am Start. Wir haben den Tag deshalb mit Abhängen, Spielen und Essen verbracht. Christian und ich sind noch einmal in den „Ort“ zum Geldautomaten gelaufen, um uns noch mal mit Bargeld zu versorgen. Die Kids waren froh weiter chillen zu können.

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Abends sind wir zum Sonnenuntergang an den Strand gegangen, haben dort in einem Warung gegessen und hatten mit Abstand das leckerste Essen bisher – sehr authentisch und gut gewürzt und mit einmaligem Blick auf den Strand mit Nachtsurfern. Auch hier war ein internationales Stimmenwirrwar zu vernehmen. Einige Sprachen konnten wir nicht richtig definieren und vernuteten Russisch, Tschechisch oder Ukrainisch gehört zu haben. (Das klärte sich am nächsten Tag auf, als wir den Fahrer fragten. Der erklärte uns, dass es auf Bali eine große russisch-ukrainische Community gäbe, die sehr harmonisch und ohne irgendwelche Ressentiments auf Bali im Exil leben würden. Also waren da wohl am Vorabend Russen und Ukrainer in der Strandbar.)

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Abends vor dem ins Bett gehen, haben wir noch schnell die Fähre und die Unterkunft für Nusa Lembongan gebucht. Dort sollte es den nächsten Tag hingehen. Das hieß mal wieder packen. Jetzt hatten wir aber noch eine zweite Tasche mit dazu genommen, damit die Kids ihre eigene für ihren Kram haben, wenn wir eigene Zimmer beziehungsweise getrennte Bungalows beziehen. Über die App Gojek haben wir uns einen Wagen bestellt, der uns nach Sanur zum Fähranleger bringen sollte. Um 10:30 Uhr bekam ich eine Nachricht auf die App, dass die Fahrt abgesagt wurde. Toll. Also noch mal versuchen. Da es ein Hindu Feiertag und noch irgendetwas war, dass ich nicht ganz verstanden hatte (ich glaube, es ist Ende vom Ramadan) gab es nicht ganz so viele Fahrer in unserer Nähe. Aber Glück sei Dank haben wir kurzfristig doch noch einen Wagen bekommen. Trotz Wahnsinnsverkehr und verstopfter Dorfstraßen, in denen alle sehr kooperativ miteinander den Verkehr selber regeln (bis auf einen Agro-Touristen auf einem Roller) ist niemand wütend, ungeduldig oder ungehalten gewesen. Es war ein wenig wie Tetris für Fortgeschrittene, wo alle sich so bewegen, dass es für alle geht und es passt. Ohne Unfälle oder Ähnliches haben wir es zeitig zum Anleger geschafft und unser Boot pünktlich um 14:00 Uhr bestiegen. Beim Einchecken am Schalter stellte sich heraus, dass wir gleich einen Shuttleservice zum Hotel dazu bekamen. Auch fein, denn darüber hatte ich mir noch gar keinen richtigen Kopf gemacht. Spannend war es am Speedboat-Terminal. Da es diverse Fährgesellschaften zu den verschiedenen Inseln gibt, standen unzählige Leute herum mit den unterschiedlichsten „Markierungen“. Von Lanyard’s in verschiedenen Farben, Armbändern, so wie wir sie hatten oder Aufklebern. Das sah sehr lustig aus und stellte sich als ein gut organisiertes Chaos heraus. Jede Gesellschaft rief einzeln zum Boarding auf und begleitete die Passagiere zum Boot. Wir haben ganz hinten Platz genommen, nur für den Fall, dass wir es mit höheren Wellen zu tun haben sollten. Es war zwar recht ruhige See angesagt, aber das heißt ja nichts. Die Schnellboote sind mit diversen Motoren am Heck ausgestattet, die dazugehörigen Benzinkanister stehen gleich daneben. Als wir vor acht Jahren von Amed nach Gili Meno gefahren sind, gab es ähnliches an Bord. Und so wie vor acht Jahren schien es auch hier auf jedem Boot einen extra Job für das Ansaugen des Benzins und Wechseln der Kanister zu geben. Krass. Die Typen machen das den ganzen Tag über Jahre. Gesund kann das auf Dauer nicht sein.

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Zunächst ließ sich die Überfahrt recht entspannt an. Nach und nach wurden die Wellenkämme etwas höher, bis sie irgendwann bei 3-4 m hoch waren. Soweit zu „ruhiger See“. Ich möchte gar nicht wissen, wie hoch die Wellen bei unruhiger See sind und wie sich das dann anfühlt. Ein Glück war die Fahrt nach flotten 30 Minuten schon wieder vorbei und wir sind am Jungutbatu Beach im Nordwesten der Insel gelandet.

Einen Landungssteg gibt es auf den Inseln eher selten und so sind wir mit unserem Handgepäck durchs lauwarme Wasser an den Strand gewatet. Etwas tricky war es schon, da man immer die Wellen abwarten musste, um nicht komplett nass zu werden. An Land haben wir unser Gepäck zusammengesucht und sind dem netten Fahrer zu unserem Shuttlebus gefolgt. Die Shuttlebusse bestehen aus einer Art Lieferwagen mit Überdachung und Sitzbänken auf der Ladefläche. Mit einem Affenzahn sind wir über die Insel gebrettert, auf der ein Glück nicht so viel Verkehr herrscht wie auf Bali.

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In unseren „Royal Retreat Bungalows“ angekommen sind wir sehr herzlich von Dewi begrüßt und mit einem Eistee beglückt worden. Recht verschwitzt haben wir unsere Unterkunft bezogen. Diesmal hatten wir zwei Bungalows, einen mit einem Kingsize Bett für Christian und mich und einen mit zwei Doppelbetten für die Kinder. Purer Luxus nach der letzten Unterkunft.

Natürlich hatten die Kinder auch schon wieder Hunger und wir sind gleich um die Ecke ins nächste kleine Restaurant gelaufen, um uns dort mit kühlen Drinks und leckerem Essen zu versorgen. Pollie hatte mittlerweile die Nase voll von Nasi Goreng und Co. und hat sich einen Burger bestellt. Oskar hatte ein Chicken irgendwas, das allerdings irgendwie nicht ganz richtig vertrauenswürdig aussah. Nach einem kleinen Dip im Pool, sind wir am Abend zum Sunset Beach in die Cloud Bar direkt an der Steilküste gegangen und haben dort den Sonnenuntergang genossen.

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Am nächsten Morgen sind wir nach dem Frühstück in die Mushroom Bay gelaufen. Christian hat unterwegs eine Massage gebucht und ich bin mit den Kids zum Strand gegangen um dort ausgiebig zu schwimmen. Im Anschluss haben wir etwas Leckeres gegessen und sind dann zurück zur Anlage gelaufen. Oskar fühlte sich nicht so gut und hat sich etwas hingelegt. Auch am Abend wurde es nicht besser. Der Bali Belly hat voll durchgeschlagen und sich bei ihm mit Durchfall und Fieber bemerkbar gemacht. Das waren wohl die Auswirkungen von dem nicht ganz durch gebratenen Chicken oder was auch immer.

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Als am übernächsten Tag immer noch keine wirkliche Besserung in Sicht war und das Fieber schwankte, haben wir ein Arzt ins Hotel bestellt. (Wir hatten zwar das Angebot bekommen uns einen Roller auszuleihen und mit ihm zum Arzt zu fahren, haben aber dankend abgelehnt, da Oskar mittlerweile zu schwach war um dorthin zu kommen.)

Eine supernette und kompetente Ärztin sowie eine männliche Schwester kamen zu uns und haben Oskar untersucht, Blut abgenommen, um dies auf Dengue-Fieber zu untersuchen und die anderen Werte zu checken. Als Dengue ausgeschlossen war und „nur“ eine bakterielle Entzündung diagnostiziert wurde, kam gleich eine andere, auch sehr nette Mitarbeiterin der Klinik vorbei und brachte Antibiotika und Paracetamol für das Fieber mit. Leider schlug das Paracetamol so gar nicht an und wir konnten das Fieber auch mit Wadenwickeln nicht regulieren. (Für alle, die sich wundern warum wir so beunruhigt mit dem sonst ja nicht so dramatischen Fieber sind: Oskar litt vor ein paar Jahren an Fieberkrämpfen und wir waren etwas beunruhigt, dass uns das hier im Nirgendwo auch passieren könnte.) Nach einer weiteren sehr kurzen Nacht mit stündlichem Fiebermessen und wenig Schlaf, waren wir auf der Suche nach Ibuprofen, das bisher besser anschlug als Pracetamol). Dewi, die gute Seele des Hauses, schwang sich gleich mit Christian auf dem Sozius auf ihren Roller und fuhr mit ihm zur nächsten Apotheke. Sie wohnt gleich gegenüber, kennt die Apothekerin und wir haben so recht schnell und unkompliziert Nachschub bekommen, sowie Kohletabletten und andere Mittel. Ein Glück schlugen die Antibiotika schnell an und Oskars Fieber regulierte sich recht schnell. Da wir ursprünglich nur drei Nächte in der Anlage gebucht haben, um dann weiter nach Nusa Penida zu ziehen, mussten wir unseren Aufenthalt Tag um Tag auf insgesamt 6 Nächte verlängern. Ein Glück hatten wir bisher keine weiteren Unterkünfte oder Fähren gebucht und waren flexibel und die Anlage war nicht komplett ausgebucht.

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Ursprünglich hatten wir für den zweiten oder dritten Tag eine Schnorcheltour geplant, die täglich verschoben haben, damit Oskar wieder fit genug war um mitzukommen. Da das unser Highlight war und Oskar unbedingt mitkommen wollte, haben wir es bis zum letzten Tag hinausgezögert. Auf die Tour ganz verzichten wollten wir nicht, da wir uns alle schon so drauf gefreut hatten. Die Veranstalter, die auch gleichzeitig die Inhaber von unserer Anlage sind, waren supernett, wunderbar flexibel, sehr verständnisvoll und vor allem bemüht uns die Tour noch zu ermöglichen.

In der Zeit, in der Oskar krank im Bett lag und wir abwechselnd bei ihm geblieben sind, bin ich mit Pollie zum nächsten Strand gegangen, um dort etwas im Wasser herum zu tummeln und etwas anderes zu sehen als nur die Anlage.

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Wir sind zweimal zu den Devils Tears gelaufen. Ihren Namen hat die wilde Steilküste, von den beeindruckend großen Wellen die dort an die Felsen krachen, hoch spritzen und einen feinen Nebel verteilen, der tränengleich auf den Gesichtern landet. Was aber der Teufel damit zu tun hat, hat sich mir nicht ganz erschlossen. Hat vielleicht mit der gefährlichen Brandung zu tun. Auf jeden Fall ist es ein beeindruckendes Naturschauspiel. Sehr wild und ursprünglich. Daher wohl gut umzäunt, da sich hier viele Influenzer herumtreiben und wohl schon der ein oder andere Tourist zu Schaden gekommen ist.

Pollie konnte sich auf jeden Fall nicht sattsehen und wollte gar nicht wieder nach Hause. Immer das Gleiche: erst möchte sie auf gar keinen Fall mitkommen und dann will das Kind gar nicht wieder nach Hause, weil es so schön ist.

Devil`s Tears
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Dann kam endlich der Tag der Schnorcheltour. Wir waren alle schon sehr gespannt, denn es sollte zur Nachbarinsel Nusa Penida gehen, um dort mit den Mantarochen zu schwimmen. Bei strahlendem Sonnenschein haben wir in der Mushroom Bay abgelegt um direkt zu den Mantas zu fahren. Auf dem Weg dahin sind wir an den Devils Tears vorbeigeschippert. Von der Seeseite aus gesehen waren die Wellen noch etwas höher als am Tag zuvor von Land aus gesehen. Zu hoch, wenn man mich fragt. Wir fuhren auf den typischen Holzbooten mit Auslegern und Pollie rutschte immer näher an mich heran, denn die Wellen waren in der Tat recht respekteinflößend.

Schließlich an der Schnorchelstelle angekommen, scheuchte uns unser Kapitän Ketut in Wasser. Puh, das war schon recht scary. Wir waren recht nah an den Klippen und der Wellengang trieb uns immer näher an die Felsen heran. Pollie verweigerte den Gang ins Wasser und verbot auch mir ins Wasser zu gehen. Christian sprang mit unserer niederländischen Reisegefährtin Corinne ins Wasser, der ziehmlich schnell schlecht wurde und fix wieder aus dem Wasser musste. Unsere mittlerweile schon panische Pollie kommandierte auch Christian lautstark aus dem Wasser und wir brachen unser Mantaabenteuer frühzeitig ab.

Ketut war schon etwas verwundert warum wir so ein Aufheben um den Wellengang machen würden – das Meer wäre doch heute total ruhig. Ha! – ruhige See scheint hier wahrhaftig eine andere Definition zu haben.

Flott ging es in ruhigere Buchten mit wundervollen Korallen, vielen anderen Booten und vor allem vielen bunten Fischen, die wir füttern konnten. Pollie entspannte sich sichtlich und klammerte sich während der Fahrten zu den verschiedenen Schnorchelspots nicht mehr ängstlich an meinen Beinen fest.

Oskar hat prima durchgehalten, ist aber die letzte Stunde an Board geblieben, so ganz fit war er dann doch noch nicht.

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Nach über drei Stunden sind wir glücklich, erschöpft und vor allem hungrig im „Hafen“ gelandet. Abends haben wir noch mal im „Cloudland“ mit leckeren Kaltgetränken den Sonnenuntergang abgeschaut und von der Insel verabschiedet.

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In der letzten Nacht auf Nusa Lembongan haben wir uns zu viert in einen Bungalow gekuschelt, da die Anlage ausgebucht war. Pollie bekam eine Matratze mit Mückennetz auf dem Boden, Oskar durfte in einem Bett alleine schlafen und Christian und ich haben uns ein kleines Doppelbett geteilt – es gibt Schlimmeres.

Ach ja, gepackt haben wir auch mal wieder. Für unsere Rückfahrt nach Bali am nächsten Tag.

Fortsetzung folgt.